Marktberichte

Apple, Alphabet & Co. verlieren Anleger fliehen aus US-Technologie-Aktien

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(Foto: REUTERS)

Der Wind an den Börsen hat sich gedreht. Die US-Wirtschaft nimmt so rasant Fahrt auf, dass Finanzministerin Yellen schon von der Notwendigkeit höherer Zinsen spricht. Während Anleger im Aufschwung auf zyklische Werte setzen, kommen Technologieaktien unter Druck.

Nach dem durchwachsenen Wochenstart haben die Anleger an den US-Börsen am Dienstag massenhaft Technologietitel abgestoßen. Dagegen schaffte es der Dow Jones Industrial auf den letzten Metern noch knapp ins Plus. Wegen Inflationssorgen schichten Investoren weiter von Gewinnern der Corona-Pandemie etwa aus dem Techsektor in Profiteure einer Normalisierung nach der Krise um.

An der Technologiebörse Nasdaq büßte der Auswahlindex Nasdaq 100 am Ende 1,85 Prozent auf 13.544,67 Punkte ein und beschleunigte damit den jüngsten Abwärtstrend. Der Leitindex Dow schloss hingegen 0,06 Prozent fester bei 34.133,03 Punkten. Für den marktbreiten S&P 500 ging es letztlich um 0,67 Prozent auf 4164,66 Zähler bergab, womit er sich zumindest klar vom Tagestief entfernte.

Die schwergewichtigen US-Technologiekonzerne seien während der gesamten Pandemie ein zentraler Bestandteil der soliden Wertentwicklung von Portfolios gewesen, nun müsse aber darauf geachtet werden, sie nicht zu stark zu gewichten im Vergleich zum Gesamtmarkt, sagte Investmentexperte Mark Haefele vom Vermögensverwalter UBS Global Wealth Management. "In einem Umfeld beschleunigten Wachstums bevorzugen wir weiterhin zyklische Sektoren und Sektoren wie Finanzen und Energie."

Der deutsche Leitindex Dax war zuvor um 2,5 Prozent gefallen und rutschte erstmals seit Ende März unter die Marke von 15.000 Punkten. Mit dem Start in den Monat Mai breche eine saisonal schwächere Jahreszeit für die Börsen an, fasste Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets, zusammen. "Viele der positiven Erwartungen, auf denen die Rally der vergangenen Monate fußte, sind tatsächlich eingetreten. Jetzt fangen Anleger an, Gewinne mitzunehmen."

Yellen spricht von Zinserhöhungen

Zinskommentare von Finanzministerin Janet Yellen trugen ebenfalls zur Nervosität der Anleger bei. Yellen zufolge sind womöglich höhere Zinsen nötig, um ein Überhitzen der US-Wirtschaft im Zuge der massiven Investitionsprogramme von Präsident Joe Biden zu verhindern. Neben steuerlichen Anreizen und schnellen Impfungen hatte die ultralockere Geldpolitik der Fed die Wall Street in diesem Jahr auf Rekordhöhen getragen.

Angesichts der fallenden Aktienkurse suchten Investoren Deckung in sicheren Anlagehäfen und griffen zu Staatsanleihen. Die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries fielen im Gegenzug um zwei Basispunkte auf 1,585 Prozent. Am Rohölmarkt setzten Investoren auf eine anziehende Reise-Tätigkeit in den westlichen Industrienationen, sagte Analyst Ash Glover vom Brokerhaus CMC. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,7 Prozent auf 68,73 Dollar je Barrel (159 Liter).

Zu den größten Verlierern zählten die Aktien von Apple mit einem Minus von 3,4 Prozent. Microsoft, Alphabet, Facebook oder Amazon gaben zeitweise mehr als 3 Prozent nach. Investoren legten sich angesichts der hohen Bewertungen lieber defensivere Titel in die Depots, sagte Anlageexperte Randy Frederick vom Vermögensverwalter Charles Schwab.

Trotz eines rosigen Ausblicks trennten sich Anleger von Aktien von Dupont, die in der Spitze drei Prozent absackten und mit einem Minus von 1,4 Prozent aus dem Handel gingen. Der US-Hersteller für Industriematerialien hat dank erhöhter Nachfrage aus der Chip-Industrie und einer Erholung der Autobranche seine Gewinn- und Umsatzprognose angehoben. Pfizer konnte den Erfolg seines mit dem Biotechunternehmen Biontech entwickelten Corona-Impfstoffes nur ganz knapp in einen ummünzen. Die Papiere des Pharmakonzerns stiegen nach Bekanntgabe deutlich höher als erwarteter Einnahmen zunächst, fielen um bis zu ein Prozent und gingen schließlich mit einem Plus von 0,5 Prozent aus dem Handel.

Quelle: ntv.de, mbo/rts/dpa

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