Marktberichte

Nikkei stürzt in die Tiefe Asien-Börsen verlieren den Halt

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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Ohne nennenswerte Gegenwehr rauschen die asiatischen Börsen hinab. Sorgen wegen des Ukraine-Russland-Konflikts und schwache US-Vorgaben verhageln die Stimmung. Auf Wochensicht sind die Vorzeichen tiefrot.

An den asiatischen Börsen geht es am letzten Handelstag der Woche nahezu ungebremst in die Tiefe. Allen voran an der Börse in Tokio, wo der Nikkei-225 auf den niedrigsten Stand seit drei Wochen fällt. Neben den weiter schwelenden Sorgen um die Konjunktur in China tritt auch der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wieder stärker in den Vordergrund. Grund ist das am Wochenende geplante Referendum auf der Krim. Der MSCI-Index für asiatische Aktienmärkte außerhalb Japans verlor 1,4 Prozent.

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Nikkei 27.522,26

Der Nikkei-Index hält mit einem Minus von letztlich 3,3 Prozent auf 14.328 Punkte erneut die rote Laterne in der Region. Das ist der niedrigste Stand seit dem 14. Februar. Auf Wochensicht gab das Barometer sogar 6,2 Prozent nach, so viel wie seit neun Monaten nicht mehr. Der breit gefasste Topix stürzte ebenfalls stark um 3,2 Prozent auf den Stand von 1164,70 Zählern. Als weiterer Belastungsfaktor kommt hier noch der starke Yen hinzu. Der Dollar verzeichnet den größten Tagesverlust seit Anfang Februar und fällt auf 101,67 Yen. Der Yen profitiert wieder einmal von seinem Status als vermeintlich "sicherer Hafen". Besonders Exportwerte gerieten damit unter Druck. Dies beflügelt zwischenzeitlich auch den Goldpreis.

"Der Aktienmarkt in Japan reagiert oftmals zuerst auf negative Nachrichten und bekommt dann mit schlechten US-Vorgaben einen weiteren Stoß versetzt", sagt Ed Rogers, Chef von Rogers Investment Advisors. Mit einem Wochenminus von mehr als fünf Prozent führt die Börse in Tokio auch diese Wertung mit deutlichem Abstand an. "Die Aktien in Tokio befinden sich zwar auf einem günstigen Niveau, doch haben die Anleger in den 'Risk-Off'-Modus geschaltet", sagt Analyst Hiroichi Nishi von SMBC Nikko Securities.

Australien holt China-Blues nach

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S&P/ASX 200 7.175,80

Aber auch an den anderen asiatischen Handelsplätzen geht es mehr oder weniger stark abwärts. In Sydney, wo der Handel bereits beendet ist, reduzierte sich der S&P/ASX 200 um 1,5 Prozent und verzeichnete damit das stärkste Minus seit fünf Wochen. Auf Wochensicht steht hier ein Minus von 2,4 Prozent zu Buche, das größte seit immerhin drei Monaten. Belastend wirke die schwache Industrieproduktion aus China, die am Vortag erst nach Handelsende in Australien veröffentlicht wurde. Vor allem die schwergewichteten Minenwerte, die stark von der Wirtschaftsentwicklung in China abhängig sind, zeigten sich mit Abschlägen.

Für den Shanghai-Composite geht es um 1,0 Prozent nach unten. Hier belasten weiter die negativen Nachrichten zur chinesischen Konjunkturlage. Auch drücken die schwachen US-Vorgaben, wo der Dow-Jones-Index seinen größten Tagesverlust seit Anfang Februar markierte, auf die Stimmung. Dazu kommt noch das Ende des Volkskongresses. "Während des Kongresses kam es zu spekulativen Käufen in einigen Sektoren, in der Hoffnung, dass diese von möglichen Reformen profitieren werden. Doch diese werden nun wieder verkauft", sagt Analyst Pei Xiaoyan von United Securities.

Der Hang-Seng-Index in Hongkong verliert 1,3 Prozent. Auf Wochensicht ging es hier um knapp fünf Prozent nach unten - die schwächste Wochenbilanz für den Index seit Mai 2012. Auch hier dominieren die Konjunktursorgen um China. Die jüngsten schwachen Daten aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hätten im Verlauf der Woche die Bank of America dazu veranlasst, ihre Wachstumsprognose für das erste Quartal auf 7,3 von zuvor 8,0 Prozent zu reduzieren, merkt ein Händler an.

Die Wall Street hatte zuvor schwach geschlossen. Der Dow Jones ging mit einem Minus von 1,4 Prozent auf 16.108 Stellen aus dem Handel. Der S&P-500 büßte 1,2 Prozent auf 1846 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,5 Prozent auf 4260 Stellen. 

In den USA kam die Wirtschaft zuletzt wieder in Schwung: So stiegen die Einzelhandelsumsätze wieder, die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank. Experten rechnen daher damit, dass die Fed bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche das Volumen der Wertpapierkäufe um weitere zehn Milliarden Dollar monatlich drosselt.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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