Marktberichte

Impfstoff-Zulassung rückt näher Biontech gibt Wall Street Rückenwind

3b18b85625cd73c4894c8a93fce38fbd.jpg

(Foto: AP)

Der Impfstoffkandidat von Biontech und Pfizer erhält von der US-Arzneimittelbehörde FDA gute Noten. Die Nachricht sorgt an der Wall Street für Zuversicht - und leichte Kursgewinne. Flugzeugbauer Boeing muss allerdings einen weiteren Rückschlag verkraften.

Die Wall Street hat leichte Gewinne verbucht. Zuversicht gab, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA Biontech und Pfizer die vorgeschriebenen Erfolgskriterien zur Zulassung ihres Corona-Impfstoffes bescheinigt hat. Dies legt nahe, dass sie nun bald grünes Licht für den Impfstoff geben dürfte. Ein bei der FDA angesiedelter Impf-Ausschuss wird am Donnerstag über eine Notfallzulassung beraten. Gleichwohl wurde das Sentiment von der weiter grassierenden Corona-Pandemie belastet.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,4 Prozent auf 30.174 Punkte, während der S&P-500 um 0,3 Prozent zulegte. Für den Nasdaq-Composite ging es um 0,5 Prozent nach oben. Alle drei Indizes markierten neue Allzeithochs.

S&P 500
S&P 500 3.764,04

Die Corona-Krise führt derweil zu neuen Höchstständen bei der Krankenhausbelegung in den USA. Vor diesem Hintergrund werden Forderungen nach härteren Corona-Maßnahmen in den USA lauter. Das lang ersehnte Konjunkturprogramm in den USA kommt indessen nur wenig voran. Auf dem Tisch liegt ein 908 Milliarden Dollar schweres Paket. "Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten raus. Es besteht das Risiko weiterer Lockdowns gerade in den USA", mahnte Fondsverwalterin Georgina Taylor von Invesco.

Immerhin soll ein Kompromiss im US-Kongress zum US-Haushalt eine Stilllegung von Bundesbehörden verhindern. Demokraten und Republikaner einigten sich am Montag darauf, eine einwöchige Übergangsregelung zu beschließen.

Ölpreise schließen etwas schwächer

Am Devisenmarkt tat sich wenig, der Dollarindex legte um 0,2 Prozent zu. Der Euro notierte knapp über 1,21 Dollar nach 1,2137 Dollar am Montagabend. Händler sehen den Dollar als vermeintlich sicheren Währungshafen im Vorteil angesichts der kurzfristigen Politikrisiken und dem Fortschreiten der Pandemie. Die Inflationsaussichten in den USA hätten sich eher verringert angesichts des trüben Wachstumsausblicks.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 68,22

Die Ölpreise pendelten hin und her, tendierten jedoch etwas zur Schwäche. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI sank um 0,2 Prozent auf 45,65 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent gewann 0,2 Prozent auf 48,90 Dollar. Händler sprachen von der Sorge über einen Nachfragerückgang im US-Bundesstaat Kalifornien wegen der dort immer schärferen Corona-Abriegelungen. Der Benzinverbrauch dort ist der höchste in den USA.

Die Feinunze Gold verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 1.871 Dollar. Neben den anhaltenden Verunsicherungen stützte auch die Erwartung einer äußerst taubenhaften Europäischen Zentralbank am Donnerstag.

Biontech, Pfizer und Tesla im Aufwind

Unter den Einzelaktien stiegen Biontech und Pfizer mit den positiven Schlagzeilen um 1,8 bzw. 3,2 Prozent. Tesla rückten 1,3 Prozent vor. Der Elektroautobauer hat nach dem Höhenflug seiner Aktie angekündigt, von Zeit zu Zeit immer wieder eigene Aktien auf den Markt werfen zu wollen und zwar in Abstimmung mit mehreren Banken und im Gesamtvolumen von 5 Milliarden Dollar.

Biontech
Biontech 80,02

Boeing verloren 0,7 Prozent. Der Flugzeugbauer hat weitere Stornierungen für seine 737 Max erhalten, unter anderem von Virgin Australia, deren Auftrag sich damit halbiert habe. Die Aktie des Luxus-Hausbauers Toll Brothers knickte um 7,9 Prozent ein, nachdem der Gewinn im vierten Geschäftsquartal gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Während der Umsatz von dem während der Corona-Pandemie gestiegenen Interesse an Häusern um 7 Prozent zulegte, drückten höhere Kosten das Ergebnis. Allerdings liegt der Gewinn je Aktie noch deutlich über den Prognosen.

Die Aktie des im Dow-Jones-Index gelisteten Rüstungskonzerns Raytheon rückte um 2,0 Prozent vor. Das Unternehmen legt einen Aktienrückkauf in Höhe von 5 Milliarden Dollar auf. Die Rückkäufe des Unternehmens sind ein Politikum, weil sie vom US-Verteidigungsministerium kritisiert werden. Das Pentagon wünscht, dass das Unternehmen seine Mittel stattdessen stärker für Investitionen einsetzt. Die Aktie von Smartsheet schnellte um 11,0 Prozent empor. Der Hersteller von Software zur Ausführung von Unternehmensprojekten hat geringere Verluste eingefahren als befürchtet.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ