Marktberichte

Unwägbarkeiten bleiben Börsen kommen nicht in Frühlingslaune

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In der kommenden Woche stehen einige wichtige Termine an, die die Börsianer bewegen dürften.

(Foto: imago/Sven Simon)

Die Unwägbarkeiten für die Börsen mögen einfach nicht verschwinden. Brexit und Handelsstreit sorgen weiter für Verunsicherung. Verlässlicher und richtungsweisend dürfte ein Termin am Mittwoch sein.

Wahre Frühlingsgefühle dürften an den Börsen in der neuen Woche Strategen zufolge noch nicht aufkommen. Denn die Themen Brexit und Handelsstreit sind in den Köpfen der Anleger nach wie vor präsent. Richtungweisend für die Finanzmärkte dürfte der Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch sein. Charttechnisch ist der Dax zumindest gewappnet: Am Freitag schwang er sich zwischenzeitlich über die wichtige Marke von 11.700 Punkten und nahm Kursgewinne mit ins Wochenende.

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Aus London droht aber weiterhin Ungemach: Experten warnen, dass das Risiko eines ungeordneten Brexits nicht gebannt ist. "Das britische Parlament hat sich nach gefühlt Dutzenden von Debatten und Abstimmungen zum EU-Austritt nicht einigen können", fasste Helaba-Strategin Claudia Windt zusammen. Die Abgeordneten in London wollen den eigentlich für den 29. März vorgesehenen Austritt aus der EU nun um maximal drei Monate verschieben. Voraussetzung ist jedoch, dass das Unterhaus bis Mittwoch dem mit der EU ausgehandelten Ausstiegsvertrag zustimmt, den sie bereits zweimal abgelehnt haben.

Mit der Entscheidung für eine Verschiebung steige der Druck auf die Brexit-Anhänger, Premierministerin Theresa Mays Plan zuzustimmen, urteilten die Analysten der BayernLB. Nach Einschätzung der Commerzbank-Experten ist das Risiko eines Brexits ohne Vertrag allerdings größer geworden. "Lehnt das Parlament das Austrittsabkommen kommende Woche zum dritten Mal ab, ist eine lange Verschiebung des Brexit-Termins über die Jahresmitte alles andere als sicher", argumentierten sie. Ohne eine lange Verschiebung werde es aber keine zweite Volksabstimmung geben. Am Donnerstag und Freitag entscheiden in Brüssel die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union über das weitere Vorgehen.

Fed könnte sich Tür für Zinsanhebung offenhalten

Am Donnerstag tagt auch die Bank of England (BoE). Experten rechnen nicht mit einer Veränderung der Leitzinsen. Die Währungshüter müssen die Unsicherheiten in der Wirtschaft wegen der Brexit-Risiken im Blick behalten. "In ruhigeres Fahrwasser wird die Geldpolitik erst kommen, wenn beim Brexit Klarheit herrscht", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Auch das Pfund dürfte bis dahin volatil bleiben.

In den USA dürfte die Notenbank am Mittwoch aller Voraussicht nach nicht an der Spanne des Schlüsselzinses von derzeit 2,25 bis 2,5 Prozent rütteln. "Die Fed zeigt sich explizit geduldig", sagte Marktexperte Joachim Goldberg von der Analysefirma Goldberg & Goldberg. Dafür spricht auch der jüngste Rückgang der US-Inflationsrate. Diese fiel im Februar auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren. "Ihre Ziele Vollbeschäftigung und Preisstabilität sind weiterhin erfüllt, so dass sie (die Fed) sich die Tür für einen Zinsschritt im Juni offenhalten dürfte", erklärten die BayernLB-Analysten.

Entscheidend dürfte sein, wie die Fed die Auswirkungen des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits auf die Konjunktur einschätzt. Zuletzt gab es wieder Signale, die für eine Beilegung des Zollstreits sprechen. Doch zu dem eigentlich für Ende März erwarteten Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zur Beilegung des Konflikts wird es wohl erst im April kommen.

Hinweise auf mögliche Bremsspuren in der Konjunktur sollen die anstehenden Daten liefern. Im Euro-Raum dürfte der Einkaufsmanagerindex für die Industrie am Freitag zeigen, dass deren Schwäche noch nicht überwunden ist.

Neue Akteure in MDax und SDax

HeidelbergCement
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Unter den deutschen Unternehmen lassen sich noch einige in die Bücher blicken. Am Dienstag wollen Leoni und Wacker Chemie ihre Bilanzen vorlegen, einen Tag später folgt der im Dax notierte Konzern HeidelbergCement. Genau verfolgt werden die Schlagzeilen rund um einen möglichen Zusammenschluss von Deutsche Bank und Commerzbank, deren Aufsichtsräte jeweils am Donnerstag zusammentreten. Auf den Tagesordnungen ist das Thema einer Fusion allerdings bislang nicht zu finden. BMW lädt für Mittwoch zur Bilanzpressekonferenz, nachdem am Freitag bereits Zahlen für 2018 vorgelegt wurden.

Am Montag treten die jüngsten Änderungen in der Zusammensetzung der Indizes der Deutschen Börse in Kraft. In die zweite Börsenliga rücken Knorr-Bremse und Dialog Semiconductor auf. Der Bremsen-Hersteller und der Chip-Designer ersetzen Salzgitter und Schaeffler, die in den SDax absteigen. Dort stehen außerdem weitere Wechsel bevor. Die Zusammensetzung des Dax ändert sich nicht.

Quelle: n-tv.de, bdk/rts

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