Marktberichte

Telekom-Party ist vorbei Dax büßt ein

Der deutsche Aktienmarkt kann den Aufwärtstrend vom Wochenanfang nicht fortsetzen. Die Marke von 6800 Punkten im Dax ist hart umkämpft. Der Leitindex ist zwiegespalten: Die Deutsche Telekom stützt, Autowerte belasten ihn.

DAX_WUSCHI.jpg

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nach dem sehr verhaltenen Auftakt schloss der deutsche Aktienmarkt im roten Bereich. Der deutsche Leitindex, der am Montag 2,3 Prozent zugelegt hatte, ging miz 0,5 Prozent Minus aus dem Handel bei 6781 Zählern. Für den MDax ging es ebenfalls um 0,5 Prozent bergab auf 9964 Punkte. Der TecDax verlor sogar 1,1 Prozent auf 881 Punkte.

Laut Börsianern blickt der Markt weiter auf Libyen und die damit verbundene Ölpreisentwicklung sowie auf Japan und die Lage der Atommeiler. Die Vorgaben - vor allem aus Japan - sollten dagegen nicht überbewertet werden, wie es am Markt hieß. Der Nikkei hatte mehr als 4 Prozent fester geschlossen.

Telekom überrascht

Zu den wenigen Gewinnern im Leitindex gehörten wieder einmal die Titel der Deutschen Telekom. Die Papiere setzten den Aufwärtstrend vom Wochenanfang fort: Der Verkauf von T-Mobile USA hatte die Papiere der zu Wochenbeginn 11,3 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit Anfang 2008 getrieben. Nun notierten die T-Aktien nochmals 1,2 Prozent fester.

Autobranche angeschlagen

Dagegen ließ die Sorge um Störungen in der Lieferkette infolge des verheerenden Erdbebens in Japan die Titel auch deutscher Autobauer und -zulieferer unter wanken. BMW notierten mit einem Abschlag von 1,5 Prozent. VW gaben 1,6 Prozent nach, Daimler 0,8 Prozent. Die im MDax gelisteten Zulieferer Rheinmetall, Conti und ElringKlinger verloren 2,6 Prozent, 1,2 und 3 2 Prozent. Leoni verbilligten sich um 1,8 Prozent.

Deutsche Bank ziehen an

Die Deutsche Bank muss mehr als eine halbe Million Euro Schadenersatz für spekulative Zinswetten zahlen. So ein BGH-Entscheid. Der Kurs kletterte dennoch zeitweise um fast 2 Prozent. Der Grund: Europas Banken profitieren von der Einigung der Euro-Finanzminister auf die Finanzierung des Krisenmechanismus ESM. Zum Handelsende hin drehten die Papiere aber auch ins Minus: 0,2 Prozent.

Metro belasten Dax

Im Fokus standen aber  die Metro-Papiere, die nach der Vorlage von Jahreszahlen als Dax-Schlusslicht um 4,7 Prozent nachgaben. Dabei hatte der Handelskonzern im Geschäftsjahr 2010 deutlich mehr verdient und will seinen Wachstumskurs auch 2011 fortsetzen. Händlern zufolge ist die Bilanz aber "ohne große Überraschungen" ausgefallen.

Die Beteiligung der -Tochter Wintershall am russischen Gaspipeline-Projekt South Stream verlieh den Aktien des Chemieriesen keinen Auftrieb gegeben. Die Titel verloren rund 0,8 Prozent. "Gas ist ein vielversprechendes Geschäft, Investitionen in diesem Bereich dürften sich auszahlen", sagte ein Händler. Durch die neuen Leitungen soll russisches Erdgas durch das Schwarze Meer nach Europa transportiert werden. Wintershall wird den Angaben zufolge 15 Prozent der Anteile an der South Stream AG übernehmen, an der der russische Gaskonzern Gazprom 50 Prozent hält.

Analysten machen Kurse

Ein positiver Analystenkommentar der Credit Suisse verhalf ThyssenKrupp zu einem deutlichen Plus von 0,6 Prozent. Die Analysten erhöhten das Kursziel für die Aktie auf 38 von 35 Euro und bekräftigten ihr "Outperform"-Rating.

Nach einer Herunterstufung durch Jefferies gerieten Solarworld und Phoenix Solar unter Druck. Die Analysten hatten ihre Einstufung jeweils auf "hold" von "buy" gesenkt. Die Papiere von Solarworld verloren knapp 4,7 Prozent. Phoenix Solar gaben etwa 0,3 Prozent nach.

Sonderdividende überzeugt

Ein Ergebnis über den Erwartungen half Rational bei den Anlegern. Die Aktien des Küchenausstatters stiegen um 1,6 Prozent und gehörten damit zu den stärksten Werten im MDax. "Die Zahlen lesen sich gut", sagte ein Händler. Nach dem Gewinnsprung im vergangenen Jahr hat Rational seinen Anlegern nun eine Sonderdividende in Aussicht gestellt.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/rts