Marktberichte

T-Aktionäre im Glück Dax erobert 6800 Punkte zurück

Eine Kursrally bei Aktien der Deutschen Telekom beflügelt zum Wochenstart den deutschen Aktienmarkt. Getragen wird die positive Kursentwicklung zudem von der Hoffnung auf eine Entspannung der Lage in Japan.

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(Foto: dapd)

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag deutliche Kursgewinne verzeichnet. Dafür waren in erster Linie kräftige Zugewinne bei der T-Aktie verantwortlich. Nur wenige Schwergewichte entzogen sich dem Aufwärtstrend.

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Der Dax beendete den Handel mit einem Tagesgewinn von 2,3 Prozent auf 6816,12 Punkte. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex gezeichnet von den Ereignissen an den japanischen Atomreaktoren rund 4,5 Prozent verloren. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 1,6 Prozent auf 10.012,14 Punkte nach oben und der TecDax gewann 3,3 Prozent auf 897,39 Punkte.

"Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass über das Wochenende keine neuen Hiobsbotschaften aus Japan kamen und dass man die Lage dort langsam in den Griff zu bekommen scheint", sagte ein Börsianer. Viele Investoren drängten nun in den Markt, weil sie bei einer weiteren Entspannung der Lage in Japan Kursgewinne erwarteten und diese Bewegung auf keinen Fall verpassen wollten. "Der Kaufdruck ist enorm", fügte er hinzu.

Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research wies noch auf einen anderen Aspekt hin: "Warren Buffett hat japanische Aktien als günstige Investition bezeichnet. Offenbar nimmt der deutsche Markt die für morgen zu erwartende Erholung beim Nikkei-Index vorweg." Der legendäre US-Großinvestor hatte gesagt, die drastischen Kursverluste nach dem verheerenden Erdbeben vor etwas mehr als einer Woche eröffneten die Chance zum Einstieg in den japanischen Markt. Die Tokioter Börse blieb am Montag wegen eines Feiertages geschlossen.

Protagonist Telekom

Mit dem größten Tagesplus ihrer Geschichte reagierten die Aktien der Deutschen Telekom auf den Verkauf von T-Mobile USA: Sie legte zwischenzeitlich bis zu 16,3 Prozent zu und notierte damit auf dem höchsten Stand seit rund zwei Jahren. Bei Handelsschluss blieb ein Plus von 11,3 Prozent übrig. Rund 60 Prozent des gesamten Geschäfts im Dax gingen auf das Konto der Deutschen Telekom. "Endlich eine gute Lösung für das 'US-Sorgenkind' der Deutschen Telekom", lobte Analyst Dominik Klarmann von HSBC Trinkaus in einem Kommentar. Equinet-Analyst Adrian Pehl wies indes auf mögliche wettbewerbsrechtliche Hürden hin. AT&T und T-Mobile kämen zusammen auf einen Marktanteil von 40 Prozent.

Gewinne verbuchten auch die zahlreichen zyklischen Werte im Dax. Siemens waren mit plus 3,2 Prozent dabei. Der Konzern will den Industriesektor umstrukturieren. "Die Industriesparte ist ohnehin unverändert auf kräftigem Erholungskurs, mit einer Neuorganisation und Straffung könnten die Margen hier noch leicht gesteigert werden", so ein Händler. Auch Infineon konnten sich mit einem Plus von 5 Prozent kräftig erholen.

Zu den Favoriten gehörten außerdem MAN, die um 3,6 Prozent stiegen. Der Nutzfahrzeug-Hersteller und Anlagenbauer hat einen optimistischen Ausblick vorgelegt und eine kräftige Anhebung der Dividende auf 2 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. "Der Konsens lautete auf eine Ausschüttung von 1,40 Euro je Aktie. Damit liegt die Dividende mehr als 40 Prozent über der Prognose", sagte ein Händler.

Dagegen enttäuschten die Versorger. Die Entwicklung in Japan sei gerade für sie negativ, zumal die Konsequenzen für die Atomenergie in Deutschland deutlicher seien als in anderen europäischen Ländern. Eon und RWE legten mit je 0,7 Prozent Plus deutlich schwächer zu als der Gesamtmarkt.

Indexkarussell treibt Kurse

Für starke Kursbewegungen sorgte die Anpassung der Auswahlindizes TecDax und SDax, die am Montag umgesetzt wurden. Unter den Technologiewerten legten die Aktien des Aufsteigers Süss Microtec 9,9 Prozent zu, Gigaset gewannen 2,7 Prozent. Ein gemischtes Bild lieferten hingegen die Absteiger. Während sich Manz Automation mit 2,4 Prozent Plus vergleichsweise gut hielten, ging es für Conergy 16 Prozent ins Minus.

Im SDax flogen die Papiere von Pfleiderer raus, die daraufhin 8,7 Prozent verloren. Für den Aufsteiger Hamborner Reit ging es um 0,4 Prozent nach oben. Die Aufnahme in einen wichtigen Auswahlindex hat für Aktien eine solch deutliche Kurswirkung, weil Indexfonds und andere Finanzprodukte, die sich an Indizes orientieren, die Zusammensetzung  des Index in ihrem Portfolio abbilden müssen. Steigt eine Aktie auf, landet sie zwangsläufig in den Depots der institutionellen Anleger. Das treibt die Nachfrage nach den Papieren und damit ihren Preis nach oben.

Quelle: ntv.de, nne/DJ/rts