Marktberichte

Aller Jahresanfang ist schwer Dax nahezu unverändert

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Hängendes Köpfchen: So recht kommt der Markt nicht in Schwung.

(Foto: dpa)

Nach einem zaghaften Start im Plus bleibt der Dax orientierungslos. Angesichts mauer Konjunkturdaten und lediglich einer Handvoll von Unternehmensnachrichten bleiben viele Anleger an der Seitenlinie stehen. Nur bei einigen Einzeltiteln greifen sie beherzt zu.

Zu Beginn der ersten vollen Handelswoche im neuen Jahr haben es die Anleger an den europäischen Aktienmärkten ruhig angehen lassen. Vor der Sitzung der EZB und vor dem Beginn der US-Bilanzsaison - beides am Donnerstag - wolle sich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen, sagte ein Händler. Entsprechend gering blieben die Umsätze. Der Dax notierte zum Xetra-Schluss mit 9428 Punkten nahezu exakt auf Vortagesniveau, der EuroStoxx50 war ebenfalls kaum verändert. "Wir fahren mit angezogener Handbremse", brachte ein Händler in Zürich die Stimmung auf den Punkt. Die Investoren wollten erst die in den nächsten Wochen anstehenden Bilanzen abwarten, ehe sie sich neu positionierten.

Am Donnerstag beginnt in den USA mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen von Alcoa die Bilanzsaison. Ebenfalls am Donnerstag tritt der Rat der EZB zur ersten Sitzung im neuen Jahr zusammen. Zwar besteht nach Ansicht der meisten Experten bis auf weiteres kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Dennoch dürfte die Pressekonferenz von EZB-Chef-Mario Draghi im Fokus stehen. Denn viele Anleger erhofften sich Hinweise auf den weiteren Kurs der EZB.

Für Kursbewegung sorgten Konjunkturdaten aus China und Europa. Das Reich der Mitte und Lokomotive für die Weltkonjunktur enttäuschte: Die Geschäfte der Dienstleister wuchsen im Dezember so langsam wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Die Wirtschaft in der Euro-Zone legte dagegen zum Jahresende einen Schlussspurt hin, so dass erstmals seit knapp zwei Jahren wieder neue Jobs geschaffen wurden. Bei den Dienstleistern in Spanien - einem der Euro-Sorgenkinder der vergangenen Jahre - liefen die Geschäfte sogar so gut seit Juli 2007 nicht mehr. Das honorierten auch die Investoren: Der Standardwerte-Index Ibex an der Madrider Börse lief mit einem Plus von rund einem Prozent dem Dax davon.

Commerzbank an der Dax-Spitze

Bei den Einzelwerten kam das Geschäft europaweit nur schleppend in Gang. Unangefochten an erster Stelle im Dax lagen die Commerzbank-Aktien mit einem Plus von 3,7 Prozent auf 11,70 Euro. Anleger hofften auf ein wachsendes Geschäft mit reichen Privatkunden - zum Teil auch angesichts des Abschieds von Schweizer Instituten aus Deutschland. "Ich rechne damit, dass Credit Suisse noch nicht die letzte Schweizer Bank war, die ihr Vermögensverwaltungsgeschäft in Deutschland aufgibt. Dieser Markt wird sich in den nächsten zwei, drei Jahren stark verändern", sagte Bereichsvorstand Gustav Holtkemper am Wochenende in einem Zeitungsinterview.

Wenig gefragt waren dagegen die Autowerte VW und BMW mit Abschlägen von je knapp einem Prozent. VW hatte im Dezember in den USA einen Absatzeinbruch von 22,7 Prozent zu verdauen. Der Absatz der BMW-Gruppe stagnierte. Den größten Erfolg hatte offenbar Daimler. Die Stuttgarter hatten die Verkäufe ihrer Kernmarke Mercedes um 17,3 Prozent gesteigert. Dennoch lag der Titel im schwachen Umfeld leicht im Minus.

Ein Analystenkommentar machte Dialog Semiconductor zu schaffen: Die Titel fielen nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley um 4,7 Prozent.

Als "klare Kampfansage an die Telekom" werten Händler eine Abwerbekampagne von AT&T an T-Mobile-US-Kunden. AT&T richtet sich dabei ausschließlich an die Kunden der Tochter der Deutschen Telekom und bietet ihnen bis zu 450 Dollar für einen Wechsel. "Das zeigt, dass künftig mit härteren Bandagen gekämpft wird", sagt ein Händler. "Angesicht des Markteintritts von Softbank wird AT&T aggressiver, das könnte auch andere Aktionen nach sich ziehen", so ein anderer Börsianer. T-Mobile US sei AT&T "ein besonderer Dorn im Auge", da die Telekom-Tochter in den vergangenen zwei Quartalen ein stärkeres Kundenwachstum als AT&T vorgelegt hätte. Telekom-Aktien verloren 0,7 Prozent.

Quelle: ntv.de, sla/rts/DJ

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