Marktberichte

Keine Kaufregung bei Karstadt Dax unter Druck

Neue Woche, neues Glück. Das schien das Motto auf dem Frankfurter Parkett am Montagmorgen. Bei dürftiger Nachrichtenlage setzten die deutschen Standardwerte ihren Weg nach oben zunächst fort, am Nachmittag war im Sog der schwachen US-Börsen dann allerdings Schluss mit lustig. Der Dax fiel 1,2 Prozent auf 3.784 Punkte.

Die großen Börsenindizes könnten in dieser Woche an wichtige Widerstandsmarken stoßen, so ein Händler. Die kommenden Handelstage würden daher entscheidend für den weiteren Börsentrend sein. Kursrückschläge müssten jederzeit einkalkuliert werden. Charttechniker sehen für den Dax die nächste Widerstandslinie bei 3.950 Punkten. Sollte der Index diese durchbrechen, sei der Weg frei bis 4.600 Punkte, hieß es. Sollte der Dax allerdings nochmals unter 3.650 Zähler fallen, könne sich der Abwärtstrend bis auf 3.200 Punkte fortsetzen.

Ein Dämpfer könnte nach Ansicht von Experten in der Wochenmitte vom Ifo-Institut kommen, dass seine neueste Umfrage zur Stimmung in der deutschen Wirtschaft präsentiert. Analysten rechnen damit, dass der Ifo-Index im August zum dritten Mal in Folge zurückgegangen ist.

Auch in den USA stehen in der laufenden Woche wieder Konjunkturdaten auf dem Programm. Am Dienstag werden die neuesten Zahlen zum Verbrauchervertrauen und die Bestellungen von langlebigen Gütern veröffentlicht. Am Freitag gibt es dann den Chicagoer Einkaufsmanagerindex sowie Informationen zu den privaten Ein- und Ausgaben.

Gute Nachrichten gab es für die Deutsche Telekom. Einem Zeitungsbericht zufolge dürfen die Telekom-Tochter T-Mobile und der britische Mobilfunkanbieter O2 beim Aufbau ihrer UMTS-Netze in Deutschenland und Großbritannien zusammenarbeiten. Die Europäische Kommission wolle die Vereinbarung genehmigen, so der Bericht. Die Telekom könnte dadurch ihre UMTS-Kosten um rund drei Milliarden Euro senken, hieß es weiter. Die T-Aktie schloss mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 11,18 Euro.

KarstadtQuelle, Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern, hat auf Grund der anhaltenden Konsumflaute im ersten Halbjahr einen Vorsteuerverlust von 348 Millionen Euro erwirtschaftet, nachdem im vergleichbaren Vorjahresquartal noch ein Minus von 149 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Minus vor Steuern von 254 Millionen Euro in den vergangenen drei Monaten gerechnet. Die im MDax notierte Aktie fiel 1,5 Prozent auf 22,05 Euro. Im Sog der schlechten Karstadt-Zahlen geriet auch der Konkurrent Metro unter Druck. Die Aktie verlor 0,7 Prozent auf 27,05 Euro.

Auch der Reisekonzern Thomas Cook, eine gemeinsame Tochter von KarstadtQuelle und Lufthansa, meldete sich zu Wort. In den letzten Wochen hätten vor allem in Deutschland die Buchungen zugenommen. Dennoch würden die Umsätze weiterhin im zweistelligen Prozentbereich unter den Vorjahreswerten bleiben. Die Lufthansa-Aktie gab 1,3 Prozent auf 13,26 Euro ab. TUI konnte sich dagegen um 1,1 Prozent auf 22,90 Euro verbessern. Der Konzern legt am kommenden Donnerstag seine Halbjahresbilanz vor.

Zulegen konnte ProSiebenSat.1, die Aktie verbesserte sich um 4,6 Prozent bei 7,79 Euro. Die insolvente KirchMedia erwägt, möglichen Investoren auch einen direkten Einstieg bei der profitablen TV-Tochter zu ermöglichen.

Der Immobilien- und Beteiligungskonzern WCM geht vorerst nicht von einer Belebung seines Kerngeschäftsbereichs Beteiligungen aus. Das geht aus dem vorab bekannt gewordenen Halbjahresbericht hervor. Offiziell soll das Zahlenwerk am Dienstag vorgestellt werden. Der Kurs brach aber schon am Montag ein: um 7,2 Prozent auf 3,08 Euro.

Zwei Gewinnwarnungen sorgten für kräftige Kursabschläge im SDax. Betroffen waren die Friseurkette Essanelle sowie die Zeitarbeits- und Personalmanagementfirma Allbecon. Essanelle verlor zwischenzeitlich zweistellig und ging schließlich mit 3,1 Prozent im Minus bei 3,49 Euro aus dem Handel, während Allbecon um 9,2 Prozent schwächer bei 1,58 Euro schloss.

Quelle: ntv.de