Marktberichte

Kirch-Krise belastet Banken Dax unter Druck

Auf dem Parkett nichts Neues. Unternehmensnachrichten waren auch am Donnerstag Mangelware, und so standen weiter die Entwicklung im Nahen Osten sowie die anstehende US-Berichtssaison im Mittelpunkt. Der Dax fiel 0,5 Prozent auf 5.255 Punkte.

Die Krise im Nahen Osten schwebe immer noch über den Märkten. Die Anleger würden nun weitere Neuigkeiten aus der Region und auch die Entwicklung des Ölpreises abwarten, so ein Händler. Da in den USA in der kommenden Woche zudem die Berichtssaison beginne, setze sich zunehmende Skepsis bei den Anlegern durch, dass sich die positiven Konjunktursignale noch nicht auf die Unternehmenszahlen durchgeschlagen hätten.

Nach der Gewinnwarnung des US-Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb standen die deutschen Chemie- und Pharmawerte ganz oben in den Verliererlisten. Bayer gaben 2,6 Prozent auf 38,92 Euro ab, BASF verloren 2,5 Prozent auf 46,79 Euro, Degussa verschlechterten sich um 2,1 Prozent auf 36,87 Euro, und Schering verbuchten einen Abschlag von 0,4 Prozent auf 67,26 Euro.

Unterschiedlich präsentierten sich die deutschen High-Tech-Werte, die damit nur teilweise von der Anhebung der Prognose des US-Computerherstellers Dell profitieren konnten. Dell hatte am Mittwochabend bekannt gegeben, man rechne für das erste Quartal mit einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorquartal um 2 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar. Im Februar hatte das Unternehmen noch einen Rückgang zwischen 3 und 5 Prozent prognostiziert. Infineon legte 1,3 Prozent auf 23,85 Euro zu, für Epcos ging es 0,7 Prozent auf 51,40 Euro nach oben, Siemens gaben dagegen 1,3 Prozent auf 71,40 Euro nach, und SAP erholten sich nach den massiven Verlusten des Vortages leicht um 0,3 Prozent auf 160,06 Euro.

Im Mittelpunkt des Handels standen auch einige Banken-Werte, die durch die drohende Kirch-Insolvenz belastet wurden. Die HypoVereinsbank und die Commerzbank seien bereits an der Holzmann-Pleite beteiligt gewesen, nun drohe mit Kirch eine weitere Belastung. Das habe natürlich eine psychologisch negative Wirkung, so ein Händler. Die HypoVereinsbank-Aktie fiel 0,9 Prozent auf 40,99 Euro. Gerade die HypoVereinsbank sei überdurchschnittlich stark bei Kirch engagiert, und das schüre natürlich Unsicherheiten, hieß es weiter. Die Commerzbank-Aktie gab 1,0 Prozent auf 20,55 Euro ab.

Unbeeindruckt von den Warnstreiks am Frankfurter Flughafen zeigte sich die Lufthansa-Aktie, die 1,4 Prozent auf 17,06 Euro zulegen konnte. Hier dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass mit der polnischen LOT Nachwuchs für das Luftfahrt-Bündnis Star Alliance an die Tür klopft. In einem ersten Schritt wollen Lufthansa und LOT ab Juli diesen Jahres Flüge zwischen Deutschland und Polen unter gemeinsamen Flugnummern anbieten.

Im Mittelpunkt stand auch die DaimlerChrysler-Aktie. Einem Zeitungsbericht zufolge hat der Autoabuer seinen Umsatz in den ersten beiden Monaten des Jahres 2002 deutlich gesteigert. Insgesamt seien die Umsätze in den Monaten Januar und Februar um 9 Prozent angezogen, in den USA habe das Plus sogar 22 Prozent betragen, so der Bericht. DaimlerChrysler wollte den Bericht nicht kommentieren. Die Aktie fiel 0,8 Prozent auf 50,00 Euro. Auch die anderen Auto-Werte zeigten sich schwächer. BMW verschlechterte sich 1,3 Prozent auf 44,55 Euro, und für Volkswagen ging es 0,7 Prozent auf 57,58 Euro nach unten.

Quelle: n-tv.de

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