Marktberichte

Stärkste Woche des Jahres Dow schließt warm und freundlich

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Erfreulicher Anblick: Nur 3 von 30 Dow-Mitgliedern schließen im Minus.

(Foto: REUTERS)

Die schwachen Konjunkturdaten aus dem Inneren der US-Wirtschaft lösen sich an der Wall Street auf wie Schnee an der beheizten Scheibe. Anleger wärmen ihr Herz an ermutigenden Signalen aus Europa und den überaus lebhaften Übernahmeaktivitäten.

Es ist ein starker Schluss einer eiskalten Woche: Der US-Leitindex beendet den Freitagshandel mit dem größten Wochengewinn des laufenden Jahres. Insbesondere die unerwartet stabile Konsumentenstimmung im Februar löste an der Börse ein wärmendes Feuer der Zuversicht aus.

Der Dow-Jones-Index ging mit einem Tagesgewinn von 0,79 Prozent bei 16.154,39 Punkten ins Wochenende. Im Sieben-Tage-Vergleich verzeichnete der US-Leitindex damit ein Plus von 2,3 Prozent - den bislang größten Wochengewinn des jungen Jahres. Der S&P-500-Index rückte im Freitagshandel um 0,48 Prozent auf 1838,63 Punkte vor. Das marktbreite Börsenbarometer näherte sich damit wieder deutlich jener Rekordmarke an, die Mitte Januar bei etwas über 1850 Punkten erreicht worden war. An der Technologiebörse Nasdaq gewann der Composite-Index deutlich vorsichtiger 0,11 Prozent auf 4244 Punkte. Der Nasdaq 100 stieg um 0,12 Prozent auf 3663,88 Punkte.

Hinweis: Feiertagsbedingt bleiben die US-Börsen zu Wochenbeginn geschlossen

In den vergangenen Tagen hatten US-Anleger schwache Konjunkturdaten bereits bemerkenswert gut weggesteckt. Trotz eines enttäuschenden US-Arbeitsmarktberichts vom vergangenen Freitag und schwacher Einzelhandelsumsätze am Vortag stiegen die Indizes an der Wall Street unbeirrt an.

Dazu trugen vor allem die Stabilisierung in den Schwellenländern und die Aussagen der neuen US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen bei, die Kontinuität beim Zurückfahren der monatlichen Wertpapierkäufe durch die Fed signalisiert hat. "Der Markt dürfte weiter nach oben laufen", erwartet Stratege Jim Russell von US Bank Wealth Management.

Rückenwind verspürten Anleger vor allem durch das von Thomson Reuters und der Universität Michigan erhobene Stimmungsbarometer zum Verbrauchervertrauen. Das US-Konsumklima war demnach im Februar stabil geblieben. Im Vorfeld befragte Bankvolkswirte hatten dagegen angesichts des ungewöhnlich harten Winters in weiten Teilen der USA mit einer klaren Eintrübung gerechnet. Zuvor hatten enttäuschend ausgefallene Daten zur Industrieproduktion die Stimmung zeitweise deutlich belastet.

Im 30 Standardwerte umfassenden Dow-Jones-Index gab es lediglich drei Verlierer, wobei der größte Tagesverlust auf die Titel des Telekomkonzerns Verizon entfiel. Die Verizon-Aktien gaben 1,7 Prozent nach. Neben Verizon ging es im Dow ansonsten nur noch für AT/T und Goldman Sachs moderat abwärts.

Die Aktie des Krankenversicherers United Health Group stieg als Spitzenreiter um 3,2 Prozent. Ansonsten standen weitere Quartalsberichte im Blickfeld der Analysten. Der in der Finanzkrise vom Staat gerettete Versicherer AIG hatte im Schlussquartal 2013 einen Nettogewinn von annähernd 2 Milliarden Dollar erzielt, nach einem Verlust von 4 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Für die zuletzt gut gelaufenen Papiere ging es gleichwohl um 1,23 Prozent abwärts.

Die Aktien Campbell Soup gehörten mit einem Kursplus von knapp 5 Prozent zu sehr stark gefragten Titeln. Der weltgrößte Suppen-Hersteller, zu dessen Marken "Erasco" und "Heiße Tasse" gehören, hatte wegen der erhöhten Nachfrage als Folge des harten US-Winters ein kräftiges Gewinnplus bekanntgegeben.

Im Nasdaq-Auswahlindex legten die Papiere des von Mondelez abgespaltenen nordamerikanischen Lebensmittel-Geschäfts Kraft Foods um 0,3 Prozent zu. Kraft hatte im vierten Quartal seinen Umsatz wie erwartet gesteigert. Während das Unternehmen mehr verkaufte, gab es sinkende Produktionskosten an die Kunden weiter.

Die Aktien von Weight Watchers brachen an der Nyse um etwas mehr als 27 Prozent ein. Das Unternehmen hatte mit seiner Prognose für den bereinigten Gewinn im Gesamtjahr die Erwartungen bei weitem verfehlt.

Aufmerksamkeit zogen zudem auch die Aktien von Textileinzelhändlern auf sich. Das Unternehmen Jos. A. Bank Clothiers will den Spezialisten für Outdoor-Kleidung, Eddie Bauer, übernehmen. Damit zerschlugen sich an der Börse Spekulationen, Jos. A. Bank könnte mit dem Konkurrenten Men's Wearhouse zusammengehen. Während die Titel von Jos. A. Bank Clothiers knapp 0,4 Prozent gewannen, büßten die Papiere von Men's Wearhouse etwas mehr als 5 Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 620 Millionen Aktien den Besitzer. 2020 Werte legten zu, 994 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1358 im Plus, 1213 im Minus und 128 unverändert.

Der Euro bewegte sich im US-Handel nur wenig. Nachdem er im europäischen Geschäft nach besser als erwartet ausgefallenen Eurozone-Daten zeitweise bis auf 1,3715 US-Dollar gestiegen war, stand er zum Börsenschluss an der Wall Street bei 1,3699 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,3707 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7296 (0,7313) Euro. Am US-Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Anleihen 4/32 Punkte auf 100 1/32 Punkte und rentierten mit 2,75 Prozent.

Quelle: ntv.de, mmo/ddi/DJ/dpa/rts

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