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Börsen zwischen Hoffen und Bangen Es dürfte ungemütlich bleiben

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Herbstlich stürmisch.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die vergangene Woche war von heftigen Kursturbulenzen geprägt. Die neue Börsenwoche verspricht nicht viel besser zu werden. Den Ton werden die Bilanzen der großen US-Banken angeben. Anleger warten auch gespannt auf weitere Wirtschaftsdaten.

Die Anleger an den europäischen Aktienmärkten müssen sich wohl auch in der neuen Woche auf einiges gefasst machen. Es könnte - passend zur Jahreszeit - an den Börsen eher ungemütlich werden. Konjunkturdaten und Firmenbilanzen dürften den Takt an den Börsen vorgeben.

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Die vergangenen Handelstage boten den Anlegern in dieser Hinsicht wenig Grund zur Freude. Der Dax verlor diese Woche mehr als vier Prozent und rutschte sogar unter die Marke von 8800 Punkten. Die Anleger machten vor allem Hiobsbotschaften aus den deutschen Konjunkturdaten nervös: Im August waren die Industrieaufträge, die Produktion und die Exporte eingebrochen.

Das beunruhigt auch die Anleger auf der anderen Seite des Atlantiks. Sie fragen sich, inwiefern sich die Schwäche in Europa auf die Bilanzen in den USA ausgewirkt haben könnte. Auf Wochensicht gaben alle drei großen US-Indizes deutlich nach. Der Dow mit einem Minus von 2,7 Prozent und der S&P mit einem Abschlag von 3,1 Prozent hatten zuletzt im Mai 2012 eine so schlechte Woche erlebt.

Die Tendenz wird sich wohl fortsetzen. "Mit dem Dax wird es weiter abwärts gehen", sagt ein Händler. Auch ein Rückfall auf bis zu 8000 Zähler sei nicht ausgeschlossen. "Wenn man sich die Konjunkturaussichten anschaut, sind die bisherigen Kursverluste der Aktienmärkte noch recht moderat." Die Analysten der Commerzbank lassen sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen, sind auf kurze Sicht aber auch auf Kursverluste gefasst. "Nach einem schwachen Oktober dürfte sich der Dax im November und Dezember wieder erholen", prognostizieren sie. "Da wir einen Konjunktureinbruch für unwahrscheinlich halten, sehen wir Dax-Stände um 9000 Punkte als Kaufgelegenheiten an." Sie rechnen eher mit einer Wachstumsdelle als mit einer Rezession.

US-Banken dürften den Ton angeben

In den USA geht die Bilanzsaison in der neuen Woche in die heiße Phase. Wenn vor allem Großbanken wie Citigroup, JP Morgan (beide Dienstag), Bank of America (Mittwoch), Goldman Sachs (Donnerstag) und Morgan Stanley (Freitag) ihre Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen, kann das an den Börsen schon mal die Richtung für den Rest des Tages vorgeben. Außerdem liefern die Berichte Hinweise darauf, wie es um die europäischen Finanzinstitute bestellt ist.

Zuletzt schnitten die US-Häuser besser ab. Vieles spricht dafür, dass sie auch dieses Mal die Nase vorn haben, wie die Beratungsfirma Ernst & Young (EY) in einer Studie festgestellt hat. Die Rahmenbedingungen seien dort derzeit besser als in Europa: Die Wirtschaft laufe rund, der Immobilienmarkt gewinne an Schwung und das Investment- und Transaktionsgeschäft floriere, sagt Dirk Müller-Tronnier von EY. "Da können die US-Banken auch Sonderbelastungen besser wegstecken als die europäischen Banken, die ohnehin erheblich unter Druck stehen."

Neben den Großbanken stehen aus den USA auch Quartalszahlen von großen Konzernen wie IBM (Donnerstag) und General Electric (Freitag) an. Auch in Europa warten bereits einige Firmen mit Ergebnissen auf, darunter Danone (Mittwoch), Nestle und Roche (beide Donnerstag).

Da die Konjunkturentwicklung derzeit sowohl in Europa als auch in den USA die Tendenz an den Börsen bestimmt, warten die Anleger gespannt auf Wirtschaftsdaten. Am Dienstag steht der ZEW-Index für Deutschland an. In den USA wird am Mittwoch der Einzelhandelsumsatz veröffentlicht und die US-Notenbank Fed präsentiert ihren Konjunkturbericht Beige Book; am Donnerstag folgt die Industrieproduktion.

Die Commerzbank-Analysten gehen davon aus, dass die Indikatoren aus den USA auf ein solides Wachstum der US-Wirtschaft hinweisen. Die Fed-Banker wollen den Zeitpunkt für eine Straffung der ultralockeren Geldpolitik primär von der Konjunkturlage abhängig machen, wie sie zuletzt betonten.

Quelle: n-tv.de, ddi/rts

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