Marktberichte

Unter 1,24 US-Dollar Euro purzelt runter

Trotz Stabilisierungspaket zieht die Schuldenkrise den Euro immer weiter in ihren Bann. Die Gemeinschaftswährung notiert so niedrig wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Analysten rechnen mit noch tieferen Kursen.

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Das griechische Schuldenproblem beschäftigt nicht nur die Griechen selbst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Euro ist zeitweise auf den tiefsten Stand seit November 2008 gesunken. Zwischenzeitlich fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2384 US-Dollar. Zuletzt wurde der Euro mit 1,2443 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2492 (Donnerstag: 1,2587) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 0,8005 (0,7945) Euro.

"Der Euro befindet sich in einem starken Abwärtstrend", sagte Rainer Sartoris vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Offensichtlich hätten viele Anleger trotz der jüngsten Sparanstrengungen von südeuropäischen Ländern Zweifel an den langfristigen Perspektiven der Eurozone. "Jede Meldung wird derzeit gegen die Euro interpretiert."

Neue Nachrichten werden auch nach Angaben von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, einseitig betrachtet. Das zuletzt deutlich stärker als erwartet gestiegene Haushaltsdefizit der USA sei kaum beachtet worden. "Es wird an den Devisenmärkten deutlich, dass die Eurozone nicht nach dem Gesamtdefizit betrachtet und bewertet wird, sondern nach der Einkommenskraft von Griechenland, das einen Anteil von 2,5 Prozent der Gesamtwirtschaft der Eurozone hat", sagte Hellmeyer.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85710 (0,85300) britische Pfund, 115,55 (116,99) japanische Yen und 1,4020 (1,4011) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London mit 1236,50 (1237,50) Dollar gefixt. Der Kilobarren Gold kostete 32 106,90 (32 028,50) Euro.

Quelle: n-tv.de, dpa

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