Marktberichte

Öl-Aktien im Fokus Eurostoxx gibt nach

Das zweite Quartal begann für die europäischen Blue-Chips wenig verheißungsvoll - die Sorge um eine Ausweitung des Konfliktes im Nahen Osten belastete den EuroStoxx50, der 1,1 Prozent auf 3.744 Punkte fällt. Der Stoxx50 gab 0,8 Prozent auf 3.667 Zähler ab.

Im Mittelpunkt des Handels standen die Öl-Aktien, nachdem die Nachrichten über eine Ausweitung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern den Ölpreis am Montag erstmals seit 6 Monaten auf über 28 Dollar je Barrel getrieben hatten. Die TotalFinaElf-Aktie legte 0,6 Prozent auf 178,00 Euro zu, für BP ging es 0,2 Prozent auf 625 Pence nach unten, und Repsol verbesserte sich 1,2 Prozent auf 14,62 Euro.

Shell legte 1,0 Prozent auf 526,50 Pence zu, für das Schwesterunternehmen Royal Dutch ging es 0,2 Prozent auf 62,90 Euro nach oben. Der Öl-Konzern kündigte an, man werde den größten unabhängigen britischen Öl-Produzenten Enterprise Oil für 3,5 Milliarden Pfund übernehmen. Für die Enterprise-Aktie stieg 16 Prozent auf 735 Pence.

Die Aktie der London Stock Exchange stieg um 5,5 Prozent auf 457 Pence und markierte damit ein Allzeithoch. Beflügelt wurde das Papier von einem Zeitungsbericht, wonach die Deutsche Börse zwei Jahre nach der gescheiterten Fusion der beiden Unternehmen nun ein erneutes Übernahmeangebot für den britischen Konkurrenten vorlegen will. Auch die Äußerungen des Chefs der Deutschen Börse Seifert, der die Berichte einen April-Scherz nannte, konnten die Euphorie der Anleger nicht dämpfen.

Zu den großen Verlierern im Eurostoxx gehörte die Aktie von Nokia, die 4,7 Prozent auf 23,10 Euro fiel. Die Investmentbank CSFB hat die Aktie des finnischen Handy-Herstellers auf „buy“ von zuvor „strong buy“ heruntergestuft und das Kursziel auf 26 von zuvor 29 Euro nach unten gesetzt.

Die Aktien des spanischen Internet-Portals Terra Lycos haben am Dienstag deutliche Kursverluste verzeichnet, nachdem bekannt geworden war, dass Bertelsmann seine Werbeausgaben auf den Seiten des Dienstes deutlich reduzieren will. Man werde in den kommenden Monaten entscheiden, ob und mit wie viel Geld nach dem Oktober 2002 fortgefahren werde, so Bertelsmann. Der Betrag werde aber deutlich unter 675 Millionen Dollar liegen. Die Terra-Lycos-Aktie fiel 5,6 Prozent auf 8,50 Euro.

Der französische Staat will seinen Anteil am Autobauer Renault deutlich reduzieren. Einschließlich einer Mehrzuteilungsoption sollen über 30 Millionen Aktien an institutionelle Investoren verkauft werden. Dies entspricht über zehn Prozent des Grundkapitals. Die Aktie gab um 6,3 Prozent auf 51,55 Euro nach.

Einer der größten Gewinner im europäischen Maßstab war der norwegische Dienstleister für die Nordsee-Ölförderung Petrol Geo-Services (PGS). Hintergrund sind wiederaufgeflammte Gerüchte über eine Fusion mit dem US-Wettbewerber Veritas DGC. Unter den neuen Konditionen würden PGS-Aktionäre zwar schlechter wegkommen als bisher, dafür würde aber eine Fusion wesentlich wahrscheinlicher werden. PGS legten um 24 Prozent auf 56,50 norwegische Kronen zu.

Gefragt waren auch die Aktien der Nachrichtenagentur Reuters. Auslöser sind Spekulationen, die E-Brokerage-Tochter Instinet sei auf der Suche nach einem Fusionspartner, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Diese gingen auf einen Bericht in der Financial Times zurück. Obwohl beide Unternehmen den Bericht dementierten, konnten Analysten durchaus Gefallen daran finden. Die Reuters-Aktie legte 3,8 Prozent auf 562 Pence zu.

Quelle: n-tv.de