Marktberichte

Öl-Aktien klar im Minus Eurostoxx leichter

Die europäischen Blue Chips zeigten sich zum Wochenschluss kaum verändert - im Blickpunkt standen weiter die Entwicklung im Nahen Osten und der Öl-Preis. Insgesamt sei das Geschäft allerdings sehr ruhig, so ein Händler. Der EuroStoxx50 fiel 0,4 Prozent auf 3.678 Punkte, der Stoxx50 gab 0,1 Prozemt auf 3621 Zähler ab.

Der Ölpreis war am Donnerstag nach der Aufforderung von US-Präsident Bush zur Beendigung der Gewalt im Nahen Osten allerdings wieder deutlich unter sein zuvor markiertes Sechs-Monats-Hoch gefallen. Das belastete die Öl-Werte in Europa. BP verloren 0,3 Prozent auf 608,5 Pence, für Royal Dutch ging es 0,7 Prozent auf 60,65 Euro nach unten, TotalFinaElf verloren 0,8 Prozent auf 171,40 Euro und Shell schloss mit 0,6 Prozent bei 504 Pence im Minus.


Der österreichische Mineralölkonzern OMV profitierte dagegen gleich von zwei guten Nachrichten. Zum einen hat ein Konsortium, an dem die Österreicher beteiligt sind, ein weiteres förderwürdiges Ölvorkommen in Libyen entdeckt. Zum anderen gab der Konzern bekannt, nicht am Bieterprozess für den Kauf von 23 Prozent an Hellenic Petroleum teilzunehmen. OMV legte um 5,3 Prozent auf 108,79 Euro zu, auch Hellenic Petroleum konnten sich verbessern: plus 1,1 Prozent auf 5,72 Euro.


Im Mittelpunkt des Handels stand auch die Aktie der Supermarktkette Ahold, die 5,9 Prozent auf 27,00 Euro einbrach. Belastet wurde die Aktie durch die Umstellung der Bilanzierung auf den US-Standard GAAP. Ahold hatte am Donnerstag seine Geschäftszahlen für 2001 nach der neuen Methode vorgestellt und dabei einen Gewinnrückgang von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr vermeldet. Die Investmentbank Goldman Sachs reduzierte zudem ihr Kursziel für die Aktie der Niederländer auf 35 von zuvor 41 Euro.

Das Medikament Exelon des Schweizer Pharmakonzerns Novartis hat sich in Studien als wirksam gegen die Krankheit Alzheimer erwiesen. Bei Patienten, die zwei Jahre lang mit dem Medikament behandelt worden waren, habe sich ein deutlicher verlangsamter Gedächtnisschwund gezeigt, so das Unternehmen. Die Aktie profitierte allerdings nur unwesentlich von dieser Nachricht, sie legte 0,5 Prozent auf 65,00 Franken zu.

Gleich zwei gute Nachrichten gab es für British Airways. Die britische Regierung will einem Zeitungsbericht zufolge rund 22 Millionen Pfund Ausgleich an die Fluggesellschaft für die durch den 11. September entstandenen Schäden zahlen. Zudem nahm die Investmentbank Goldman Sachs ihre Prognose für den Vorsteuerverlust 2002 auf 218 Millionen von zuvor 329 Millionen Pfund zurück. Die Aktie legte 0,2 Prozent auf 235 Pence zu.

Der niederländische Telekom-Konzern KPN hat seine Absicht bekräftigt, im zweiten Halbjahr 2003 mit Mobilfunk-Diensten der dritten Generation an den Markt gehen. Damit widersprach das Unternehmen einem Pressebericht, wonach sich der UMTS-Start verzögern werde. Die Aktie legte 2,1 Prozent auf 5,90 Euro zu.

Quelle: n-tv.de