Marktberichte

Kaffee setzt Höhenflug fort Gerüchte treiben Weizenpreis

Preise für Agrar-Rohstoffe setzen zum Start der neuen Börsenwoche ihren Kletterkurs fort. Trotz einer kurzfristig entspannten Versorgungslage bewegt sich der Weizenpreis wegen Spekulationen auf Importe durch Russland weiter aufwärts. Auch Kaffee wird teurer.

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(Foto: REUTERS)

Spekulationen um russische Weizen-Importe haben den Preis für US-Weizen am Montag in die Höhe getrieben. Der September-Kontrakt stieg um bis zu 1,8 Prozent auf 6,91 US-Dollar je Scheffel. Sollte Russland wegen der Jahrhundert-Dürre erstmals seit zehn Jahren gezwungen sein, dieses Grundnahrungsmittel zu importieren, könnte der Preis die psychologisch wichtige Marke von sieben Dollar überspringen, sagte Rohstoffexperte Peter McGuire von CWA Global Markets. Analysten rechnen mit Einfuhren von bis zu 2,2 Millionen Tonnen. Am vergangenen Freitag hatte das russische Agrarministerium diese Gerüchte allerdings zurückgewiesen.

Dank der hohen pakistanischen Lagerbestände drohe trotz der dortigen Flut derzeit kein Versorgungsengpass, sagten Börsianer. Nachrichten über weitere Ernte-Einbußen oder Probleme bei der Aussaat könnten den Weizen-Preis aber wieder nach oben treiben.

Auch Kaffee der Sorte Arabica setzt seinen Höhenflug fort. Der Dezember-Kontrakt stieg um bis zu zwei Prozent auf ein 13-Jahres-Hoch von 1,8865 Dollar je Pfund. Robusta-Kaffee war mit 1838 Dollar je Tonne zeitweise so teuer wie seit drei Wochen nicht mehr. Börsianer machten charttechnische Kaufsignale für die erneuten Kursgewinne verantwortlich. Reuters-Marktanalyst Wang Tao sagte für Arabica einen Preisanstieg auf bis zu 1,9180 Dollar je Pfund voraus.

Mittelfristig rechnen Börsianer aber mit wieder fallenden Preisen. Mit der neuen Ernte könnten die aktuell relativ leeren Lager wieder aufgefüllt werden. Außerdem seien die Aussichten für die kolumbianischen Anbau-Erträge gut.

Der Ölpreis tendiert zum Wochenstart ebenfalls etwas höher. Das Barrel der Sorte WTI verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 74 Dollar, Brent stieg um 0,4 Prozent auf 74,56 Dollar pro Fass. Zu dem Kursplus trug ein etwas schwächerer Dollar gegenüber dem Währungskorb bei, was Öl für Investoren aus dem Nicht-Dollar-Raum billiger werden lässt. Eine geringere Hurrikan-Aktivität im Golf von Mexiko als zunächst befürchtet begrenzte allerdings die Aufwärtsbewegung des Öl-Preises.

Metalle halten Stellung

Gold ist erneut als sicherer Anlagehafen gefragt. Die Feinunze des Edelmetalls wurde auf ihrem Freitagsniveau von 1226,80 Dollar gehandelt. Zuletzt hatte der wiedererstarkte Dollar den Goldpreis gedrückt. "Ich nehme an, dass das Interesse an Gold hoch bleiben wird, vor allem, wenn die Sorgen um den Wirtschaftsaufschwung anhalten", sagte Ong Yi Ling, Analyst  bei Phillip Futures in Singapur.

Der Kupferpreis behauptet sich zu Wochenbeginn gegen Wachstumssorgen. Das Industriemetall wurde am Montag in London mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 7277 Dollar je Tonne gehandelt. Händler zeigten sich allerdings skeptisch, dass der Preis auf diesem Niveau bleiben wird. Vor allem der starke Dollar werde vermutlich die Metallpreise drücken, sagte einer von ihnen in London.

Quelle: n-tv.de, rts

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