Marktberichte

Kupfer bekommt China-Blues Gold streckt sich auf neues Jahreshoch

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Der Trend zeigt nach oben - Gold stößt auf rege Nachfrage.

(Foto: REUTERS)

Anleger blicken mal wieder auf Gold. Vorerst ist die Feinunze so teuer wie seit Jahresbeginn nicht. Und Analysten sehen noch reichlich Luft nach oben. Bewegung gibt es auch bei Öl, Kupfer und Zucker.

In sehr guter Verfassung präsentiert sich Gold. Das Edelmetall steigt auf ein neues Jahreshoch bei 1.336 Dollar je Feinunze. Mit dem Anstieg über die 200-Tage-Linie bei rund 1.300 Dollar und der Herausnahme des bisherigen Jahreshochs zeichnet sich zunächst ein Test des Oktoberhochs bei 1.362 Dollar ab.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.613,32

Richtig spannend wird es laut der Citigroup aber erst bei 1.434 Dollar. Dort verläuft nämlich die Nackenlinie des sich zwischen Juni und Dezember 2013 gebildeten Doppelbodens. Ein Anstieg über diesen Widerstand würde laut den Analysten Potenzial bis 1.685 Dollar eröffnen.

US-Winter verteuert Öl

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 20,71

Die Ölpreise sind zu Beginn der neuen Handelswoche leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete 109,64 Dollar. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Ölsorte WTI lag bei 102,55 Dollar.

Marktbeobachter begründeten die leichten Gewinne mit der Aussicht auf anhaltend kaltes Wetter in den USA. Dies dürfte die Nachfrage insbesondere nach Heizöl weiter beflügeln. Die amerikanischen Lagerbestände an Destillaten (Heizöl, Diesel) liegen infolge der wochenlangen Kältewelle deutlich niedriger als üblich.

Derweil drücken Sorgen um eine nachlassende Nachfrage aus China den Kupferpreis um bis zu 1,4 Prozent auf 7055 Dollar je Tonne. Die Verkaufsstimmung resultierte dort vor allem aus Nachrichten, dass Banken in der Volksrepublik die Kreditvergabe an Firmen in der Immobilienbranche bremsten. Die chinesische Regierung versucht derzeit, eine Blasenbildung am Immobilienmarkt zu verhindern. China gilt als einer der größten Verbraucher von Kupfer.

Dürre treibt Kaffee-Preis

Kaffee
Kaffee 84,39

Die anhaltende Dürre in Brasilien hat zu Wochenbeginn an den Terminmärkten die Preise für Kaffee und Zucker hochgetrieben. Der Future für Arabica-Kaffee zur Lieferung im Mai stieg um bis zu 4,4 Prozent auf 1,7690 Dollar je Pfund und näherte sich damit wieder dem in der vorigen Woche erreichten 16-Monats-Hoch von 1,7750 Dollar.

Insgesamt liegen die Preise für Arabica-Kaffee derzeit etwa 50 Prozent höher als noch vor vier Wochen. Börsianer rechnen mit einem Kurseinbruch, sollte sich die Wetterlage und damit die Aussicht für die Kaffee-Ernte verbessern. Auch der an der ICE gehandelte Terminkontrakt für Zucker stieg um 3,1 Prozent auf 17,24 Cent je Pfund. Das war der höchste Preis seit Anfang Dezember.

Beim Kaffee machten die Börsianer vor allem spekulative Käufe für den Preisanstieg verantwortlich. Nach Angaben der US-Börsenaufsicht CFTC haben kurzfristig orientierte Anleger in der Woche zum 18. Februar ihre Wetten auf steigende Arabica-Preise deutlich erhöht. So sind diesen Angaben zufolge die Netto-Long-Postionen derzeit so hoch wie zuletzt im Mai 2011.

Derweil teilte der brasilianische Branchenverband Unica mit, dass die Dürre auch die Zuckerrohr-Ernte schmälern werde. Commerzbank-Analystin Michaela Kuhl erklärt, sie rechne aber nicht mit weiteren starken Preissteigerungen beim Zucker.

Zuckerproduktion rückläufig?

Laut Welt-Zuckerorganisation ISO könnte weltweite Produktion erstmals seit fünf Jahren rückläufig sein. Entsprechend senkte die in London ansässige Organisation ihre Prognose für den Zuckerüberschuss der laufenden Saison um elf Prozent auf 4,2 Millionen Tonnen.

Die Kürzung sei auf die geringere Zuckererzeugung der beiden wichtigsten Länder Brasilien und Indien zurückzuführen, aber auch in der EU, Mexiko und der Ukraine rechne man mit weniger Zucker. Ein Teil der Verluste wird durch verstärkte Zuckerproduktion in Thailand und Pakistan ausgeglichen, wie es weiter von der Organisation hieß.

Den weltweiten Zuckerverbrauch schätzt die ISO auf 177,1 Millionen Tonnen, was ein Zuwachs zum Vorjahr um 2,3 Prozent bedeutet. "Ich gehe davon aus, dass wir weitere Kürzungen in der Überschussstatistik sehen werden", sagte Michael McDougall aus dem Brokerhaus Newedge in New York.

Seit Anfang Februar haben die Rohzucker-Futures um 8,1 Prozent zugelegt. Für 2014 geht der Interessensverband Unica in Brasilien von einer Zuckerrohrproduktion von 36 Millionen Tonnen aus. Sollte diese Situation eintreffen, würde die brasilianische Zuckererzeugung auf Vorjahresniveau verharren.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/DJ/rts