Marktberichte

Konjunkturdaten bremsen Nikkei und Kospi schwächeln

RTR3RFZP.jpg

Gucken statt Kaufen: Japans Verbraucher halten nach der Steuererhöhung die Hand auf ihren Geldbörsen.

(Foto: REUTERS)

Minuszeichen dominieren den Handel in Fernost. In Tokio drückt die japanische Konsumschwäche den Nikkei. Gleichzeitig sinkt im Land der aufgehenden Sonne die Industrieproduktion. Auch in Südkorea zeigen die Pfeile nach unten.

Die ostasiatischen Aktienmärkte haben sich mit Kursverlusten aus dem Mai verabschiedet. Am stärksten verlor der südkoreanische Kospi. Er büßte nach einem enttäuschend ausgefallenen Anstieg der Industrieproduktion im April 0,9 Prozent ein und fiel zudem unter die psychologisch wichtige 2000er Marke.

Nikkei
Nikkei 22.062,39

In Tokio verlor der Nikkei-Index nach sechs positiven Handelstagen und einer Flut frischer Konjunkturdaten 0,3 Prozent auf 14.632 Punkte. Damit schaffte der Index aber dennoch erstmals in diesem Jahr einen Monat mit einem Plus abzuschließen. Um 2,3 Prozent ging es für den Nikkei-Index im Mai nach oben.

Auf die Stimmung drückte am Freitag, dass die Japaner im April 4,6 Prozent weniger für den Konsum ausgegeben haben. Ein Rückgang an sich war zwar erwartet worden wegen der am 1. April erfolgten Mehrwertsteuererhöhung, allerdings hatten Experten mit einem kleineren Minus gerechnet. Gleichzeitig sank die Industrieproduktion im April ebenfalls stärker als erwartet, während der Anstieg der Kernverbraucherpreise etwas höher ausfiel als prognostiziert.

Die Zahlen hätten vereinzelt für Spekulationen gesorgt, dass der Preisauftrieb in Japan weiter führen könnte als bis zu der von der Notenbank des Landes angestrebten Quote von 2,0 Prozent, hieß es. Zumal auch, weil im Großraum Tokio die Preise im Mai um 3,1 Prozent gestiegen sind. Das dämpfte vor allem am Devisenmarkt etwas die Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der bereits extrem expansiven Geldpolitik der Bank of Japan und stützte den Yen.

"Die Spitze der Produktion hatten wir im Januar, seitdem ist sie deutlich nach unten gegangen. Da ein weiterer Rückgang der Konsumausgaben wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer wahrscheinlich ist, rechne ich mit einer weiter schrumpfenden Produktion. Bislang hatten die Ökonomen ja darauf gehofft, dass die Exporte sich erholen würden und ein Gegengewicht bilden. Danach sieht es aber nicht aus", kommentiert Volkswirt Takeshi Minami vom Norinchukin Research Institute die Zahlen.

Bei den Einzelaktien gewannen Softbank gegen den Trend 1,5 Prozent. Getrieben wurde der Kurs von einem Kreise-Bericht, wonach die Deutsche Telekom ihre vorläufige Zustimmung zum Kauf der Tochter T-Mobile durch die US-Softbank-Tochter Sprint gegeben haben soll. Toshiba stiegen um 1 Prozent, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's den negativen Ausblick für die Bonität des Unternehmens zurückgenommen hatte. Im Sog des Kursgewinns von Apple in den USA legten derweil auch die Kurse einiger Zulieferer zu wie Japan Display, Sharp, Nidec und Murata Manufacturing.

Verlängertes Wochenende in China

An den chinesischen Börsen tat sich wenig. Zum einen hielten sich die Anleger zurück, weil am Wochenende der offizielle Einkaufsmanagerindex und damit das mutmaßlich wichtigste Konjunktursignal veröffentlicht wird, zum anderen standen die Börsianer in Schanghai und Hongkong vor einem verlängerten Wochenende wegen des Drachenbootfestes am Montag.

An der Börse in Sydney war es laut Marktteilnehmern der erneut auf ein 20-Monatstief gesunkene Eisenerzpreis, der auf dem Index lastete. Schwergewichte wie BHP Billiton und Rio Tinto verloren überdurchschnittlich. Fortescue Metals, Mount Gibson Iron und Atlas Iron gaben noch stärker nach.

Andrew Forrest, Chairman von Fortescue Metals, hatte auf einer Veranstaltung von The Australian und The Wall Street Journal betont, sein Unternehmen könne mit einer Preisprognose von 110 Dollar je Tonne gut leben. Aktuell kostet die Tonne Eisenerz weniger als 100 Dollar.

Um fast 18 Prozent brach der Kurs des nach Seltenen Erden schürfenden Unternehmens Lynas ein. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, neue Aktien nur zu einem deutlichen Abschlag an den Markt gebracht zu haben.

Quelle: ntv.de, wne/DJ