Wirtschaft
Freitag, 05. Juni 2009

Starker US-Arbeitsmarkt: Ölpreis über 70 Dollar

Angetrieben von Spekulationen auf eine Konjunkturerholung ist der Ölpreis am Freitag erstmals seit sieben Monaten wieder auf über 70 US-Dollar gestiegen.

1243682166670-Mideast_Bahrain_Oil_Prices_XHJ102.jpg3910262423312011774.jpgAngetrieben von Spekulationen auf eine Konjunkturerholung ist der Ölpreis am Freitag erstmals seit sieben Monaten wieder auf über 70 US-Dollar gestiegen. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um bis zu 2,2 Prozent auf 70,32 US-Dollar je Fass, bevor die Notierungen wieder etwas nachgaben. Nordseeöl der Sorte Brent legte um 0,7 Prozent auf 69,15 US-Dollar zu.

Die Käufer am Ölmarkt setzten auf eine unmittelbar bevorstehende wirtschaftliche Erholung, erklärten die Experten von MF Global in einem Marktkommentar. Damit verbunden ist die Erwartung eines weltweit steigenden Ölverbrauchs. Neue Nahrung erhielten die Erwartungen am Nachmittag von überraschend positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt. In den USA wurden im Mai viel weniger Stellen abgebaut als von Analysten erwartet. Volkswirte werteten dies als Beleg dafür, dass die US-Wirtschaft das Schlimmste hinter sich haben dürfte. Die USA sind der weltweit größte Ölverbraucher vor China.

Ab der Preis-Marke von 70 US-Dollar dürften sich wieder verstärkt spekulative Anleger am Ölmarkt engagieren, erklärte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Er rechnet allerdings mit einem baldigen Rückschlag. "Skeptisch stimmen uns vor allem die relativ schwache Nachfrage, hohe Rohöllagerbestände und die Tatsache, dass bei den gegenwärtigen Preisen die Opec wieder die Hähne aufdreht", gab der Experte zu bedenken.

Metallpreise im Rückwärtsgang

Der Kupferpreis gab trotz der Arbeitsmarktdaten um 1,1 Prozent auf 5023 Dollar je Tonne nach. Analysten zufolge ist das derzeitige Preisniveau zu hoch gemessen am gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Am Dienstag hatte die Notierung ein Sieben-Monats-Hoch von 5145 Dollar erreicht.

Gegen den Trend verteuerte sich am Freitag die Tonne Aluminium um 0,3 Prozent auf 1585 Dollar und war damit so teuer wie zuletzt Anfang Januar. Händler wiesen auf einen Rückgang der zuletzt stark gestiegenen Lagerbestände hin.

Der erwachende Konjunkturoptimismus lastete auf dem Goldpreis, der um ein Prozent auf 969,75 Dollar fiel. Gold gilt als sicherer Anlagehafen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Analyst Andrey Kryuchenkov von VTB Capital sieht derzeit eine Konsolidierung des Marktes. Mitte April wurde die Feinunze Gold noch für gut 860 Dollar gehandelt, bevor wachsende Inflationsängste die Notierung nach oben getrieben haben.

Quelle: n-tv.de