Marktberichte

Opec senkt Prognose Ölpreise geben nach

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(Foto: Reuters)

Das reichliche Angebot an Rohöl steht einem starken Preisanstieg entgegen. In den USA liegen die Bestände auf dem höchsten Niveau seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Die Erdöl exportierenden Länder (Opec) haben ihre Nachfrageprognose für das laufende Jahr gesenkt und damit den Ölpreis zusätzlich unter Druck gebracht. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent und US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligten sich je um etwa ein halbes Prozent auf 105,74 und 93,80 Dollar. Belastend wirkte sich zudem Händlern zufolge der Anstieg der Ölbestände in den USA in der vergangenen Woche aus.

Die Organisation rechnet für 2013 nur noch mit einem Nachfrageanstieg von 800.000 Barrel täglich (bpd), wie die Organisation in London mitteilte. Bei ihrer letzten Prognose hatten die Opec-Länder noch ein Plus von 840.000 Fässern bpd prognostiziert. Sie begründeten die Senkung ihrer Prognose damit, dass der Ölverbrauch in Europa und Japan hinter den Erwartungen zurückbleibe.

Wegen geringerer Fördermengen im Iran und Nigeria hat die Opec zudem im März insgesamt etwas weniger Öl gepumpt. Saudi-Arabien hat dabei mit 9,14 Millionen Barrel täglich etwa so viel Öl wie im Februar mit 9,15 Millionen Barrel gefördert.

Öl scheint derzeit aber trotz der geringeren Förderung genügend vorhanden zu sein. So stieg in den USA in der vergangenen Woche nach Schätzungen des Branchenverbandes API der Rohölbestand um 5,1 Millionen Barrel. Er liegt damit auf dem höchsten Stand seit 22 Jahren.

Die amtlichen Daten des Energieministeriums wurden für Mittwochnachmittag erwartet. "Ein ähnlich starker Lageraufbau wie beim API würde die US-Rohöllagerbestände auf ein Rekordhoch steigen lassen", so die Analysten der Commerzbank. "Die physische Nachfrage nach Öl in den USA bleibt gedämpft", sagte ein Rohstoffhändler in London. Die Spannungen in Nordkorea und um das Atomprogramm des Iran bremsten aber den Preisrückgang.

Gold wird etwas billiger

Der Goldpreis verlor weiter an Boden. Die Feinunze verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 1577,50 Dollar. Die schlechte Stimmung hing Händlern zufolge unter anderem mit der erneuten Senkung der Goldpreisprognose durch die Analysten von Goldman Sachs zusammen. Sie rechnen nun zum Jahresende mit einem Preis von 1545 Dollar je Feinunze. Erst Ende Februar hatten sie ihre Prognose auf 1610 Dollar von 1810 Dollar gesenkt. Für Ende 2014 rechnen die Analysten nun mit einem Preis von 1350 Dollar nach zuletzt 1490 Dollar.

Die Überzeugung, Gold zu halten, schwinde zusehends, erklärten die Analysten. Dies sei vor dem Hintergrund der wieder aufgeflammten Schuldenkrise in der Eurozone und den enttäuschenden US-Konjunkturdaten der jüngsten Zeit umso erstaunlicher. Einen starken Preisverfall halten sie aber nicht für sehr wahrscheinlich.

Seit Monaten sinken die ETF-Bestände. Per Dienstagabend wies der weltgrößte ETF-Fonds SPDR Gold Trust einen erneuten Abfluss von fast fünf Tonnen Gold aus. Damit haben sich die Bestände des SPDR seit Jahresbeginn um mehr als 150 Tonnen verringert.

Auch die Preise für Silber, Platin und Palladium gaben nach. Vor allem Palladium, das beim Autobau für die Herstellung von Katalysatoren benötigt wird, geriet unter die Räder. Eine Feinunze verbilligte sich um bis zu 2,84 Prozent auf 702,97 Dollar und notierte damit so niedrig wie seit Mitte Januar nicht mehr. Händler machten dafür vor allem charttechnische Faktoren verantwortlich. Viele Anleger hätten im Unterschreiten der 707-Dollar-Marke ein Verkaufssignal gesehen, erklärte ein Händler in London.

 

Quelle: n-tv.de, jga/rts/dpa