Marktberichte

Gold wird immer teurer Ölpreise sacken ab

Der immer stärker werdende US-Dollar und Zweifel an der europäischen Konjunkturdynamik lassen die Ölpreise deutlich nachgeben. Investoren suchen einen sicheren Hafen und treiben den Goldpreis weiter hoch.

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Statfjord-Ölplattform vor der norwegischen Küste.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Talfahrt der Ölpreise hat sich am Freitag fortgesetzt. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni kostete gegen Abend 72,09 Dollar. Das waren 2,31 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Juli-Auslieferung sank um 2,43 Dollar auf 79,00 Dollar.

Händler begründeten den Preisrückgang am Ölmarkt zum einen mit dem anhaltend festen Dollar. So war der Euro zur US-Währung am Freitag auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren gesunken. Zum anderen habe die schlechte Stimmung an den Aktienmärkten auf den Ölmarkt ausgestrahlt. Anhaltende Sorgen um die Eurozone hatten die Aktien auch zum Wochenausklang belastet. Außerdem nährten prall gefüllte Vorratslager in den USA und Zweifel an der europäischen Konjunkturdynamik die Skepsis am Markt.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) stieg. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 78,43 Dollar. Das waren 14 Cent mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

Goldpreis klettert weiter

Unterdessen trieben Investoren auf der Suche nach einem sicheren Hafen den Goldpreis wieder auf Rekordwerte. Anleger aus der Eurozone zahlten erstmals mehr als 1000 Euro für die 31,1 Gramm schwere Feinunze. Auch in US-Dollar, in Pfund Sterling und in Schweizer Franken berechnet stieg der Goldpreis auf Rekordniveaus.

Auslöser waren Analysten zufolge Zweifel an der Wirtschaftskraft der Euroländer und die Talfahrt beim Euro. "Die Sorge ist, dass die rigiden Sparmaßnahmen in den ohnehin finanziell klammen Staaten wie Griechenland, Spanien oder Portugal die Konjunktur dort ganz abwürgen", sagte LBBW-Rohstoffstratege Frank Schallenberger. "Und wenn in so einer Situation der Chef der größten deutschen Bank anzweifelt, dass Griechenland seine Schulden zurückzahlen kann, dann ist das kontraproduktiv." Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte am Vorabend Zweifel geäußert, dass der Mittelmeeranrainer die notwendige Leistungskraft aufbringen kann.

Quelle: n-tv.de, wne/rts/dpa

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