Marktberichte

Investoren halten sich zurück Rohstoffpreise sinken leicht

An den Rohstoffmärkten wollen Investoren vor den viel beachteten Strategietreffen der US-Notenbank Fed und der EZB nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden. Die Kurse der wichtigsten Edel- und Industriemetalle sowie Öl geben nach oder treten auf der Stelle.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 62,52

Die Woche der Notenbanken steht an und hält die Anleger am Rohstoffmarkt in Schach. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren weiteren geldpolitischen Kurs, am Donnerstag folgt die Europäische Zentralbank. Die Investoren hoffen auf Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur und zur Eindämmung der Schuldenkrise. Doch aus Angst vor Enttäuschung, hielten sie sich am Montag mit Käufen zurück. Die Preise für Kupfer, Gold und Nordseeöl der Sorte Brent gaben leicht nach.

Niemand wisse, ob den Andeutungen gerade von Seiten der EZB auch tatsächlich Taten folgen würden, sagten Marktteilnehmer. EZB-Chef Mario Draghi hatte mit seiner Äußerung, die Zentralbank werde alles tun, um den Euro zu retten, Spekulationen über Staatsanleihenkäufe von Krisenstaaten durch die EZB entfacht. Dem steht jedoch besonders die Bundesbank kritisch gegenüber. "Draghi ist immer sehr zurückhaltend, aber wenn er einmal so deutlich nach vorne prescht, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass er irgendetwas in der Hinterhand hat," mutmaßte Tony Nunan von Mitsubishi Corp.

Unklarheit herrscht auch mit Blick auf das weitere Vorgehen der Fed: Die US-Wirtschaft kommt trotz massiver Unterstützung seitens der Fed nicht aus dem Krisensumpf heraus. Der Arbeitsmarkt schwächelt, aber auch am Immobilienmarkt, auf dem die Krise 2007 begann, sind nur vereinzelt Hoffnungszeichen zu sehen. US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte deshalb jüngst vor dem US-Kongresses betont, dass die Fed bereit sei zu handeln, sollte dies nötig werden. Investoren hoffen vor allem auf eine neue Runde von Staatsanleihenkäufen. Analysten gehen davon aus, dass der Risikoappetit der Anleger dann wieder steigt und sie verstärkt bei Kupfer und Öl zugreifen dürften.

Kupfer verbilligte sich am Montag um 0,3 Prozent auf 7543 Dollar je Tonne. Brent gab um 0,6 Prozent auf 105,88 Dollar je Fass nach, WTI notierte nahezu unverändert bei 90,08 Dollar. Gold kostete mit 1619 Dollar je Feinunze 0,2 Prozent weniger.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/DJ

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