Marktberichte

Gold glänzt wieder heller Chinas Öldurst treibt den Preis

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(Foto: REUTERS)

Der steigende Bedarf der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt an schwarzem Gold sorgt für einen Preisaufschlag. Zudem liegt die Fördermenge in Libyen weiter deutlich unter dem Vorjahreswert. Aber auch Gold legt zu.

Die anziehende Nachfrage aus China gibt dem Ölpreis Auftrieb. Die Nordsee-Sorte Brent verteuert sich um 0,7 Prozent auf 110,18 Dollar. Ein Barrel der US-Ölsorte WTI kostet mit 98,29 Dollar ein Prozent mehr als am Montag.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 57,11

Nach Berechnungen von Reuters auf Basis vorläufiger Daten chinesischer Regierungsstellen stieg der Öl-Bedarf im November zum Vormonat um 1,5 Prozent auf 9,94 Millionen Barrel pro Tag.

Im Dezember könnten die Einfuhren noch weiter zulegen, sagte Barclays-Analystin Sijin Cheng. Grund hierfür sei der Abschluss der Wartungsarbeiten an einer großen Raffinerie und ein knappes Diesel-Angebot.

Daneben stütze weiter die unsichere Lage in Libyen die Preise. Derzeit werden in dem Land pro Tag lediglich 250.000 Barrel Rohöl gefördert. Im vergangenen Jahr waren es noch 1,4 Millionen Barrel gewesen.

Anleger bei Gold unter Zugzwang?

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.422,84

Derweil legte der Goldpreis etwas zu. Die Feinunze des Edelmetalls wechselte für 1264 Dollar den Besitzer. Für Auftrieb sorgt der schwache Dollar angesichts der Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Die Feinunze markierte mit 1267,26 Dollar ein Drei-Wochen-Hoch.

Wenn der Euro steigt, wird das in Dollar gehandelte Gold für die Anleger aus dem Euro-Raum wieder attraktiver. Auch aus technischer Sicht hat sich die Lage für Gold in den vergangenen Tagen etwas aufgehellt, erklärten die Analysten der Metzler Bank den Preisanstieg. Gold scheine einen Doppelboden auszubilden.

Immerhin hat sich der Preis in den vergangenen Wochen über dem im Juni erreichten Jahrestief von 1180 Dollar behauptet. Sollte ein Unterschreiten der Zone von 1200 bis 1180 Dollar vermieden werden, könnte es aus rein technischer Sicht weiter nach oben gehen, führten die Analysten der Metzler-Bank weiter aus.

Zudem werde am Markt davon ausgegangen, dass es derzeit so viele Short-Positionen wie seit siebeneinhalb Jahren nicht mehr gibt. "Dies gepaart mit einem äußerst negativen Sentiment könnte zu einem Short Squeeze beim gelben Edelmetall führen", schrieben die Analysten weiter. Das würde bedeuten, dass Anleger Gold kaufen müssen, um offene Positionen glattzustellen.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts