Marktberichte

Alcatel verunsichert Stoxx 50 fällt zurück

Am Donnerstag ging es für europäische Blue Chips erneut tief in die Verlustzone. Und es waren wieder einmal vor allem die Hightechs und Telekomwerte, die sich auf der Verliererseite ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten. Alcatel hatte zuvor neue Ängste hinsichtlich eines zunehmenden Preisdrucks bei den Telekomausrüstern geschürt. Auch Vivendi sorgte für eine neue Enttäuschung und drückte den Stoxx 50 auf 3.318 Punkte, ein Minus von 1,7 Prozent. Der Eurostoxx 50 sackte sogar um 2,1 Prozent auf 3.388 Punkte ab.

Es gebe zur Zeit keine Nachrichten, die den Abwärtstrend der Märkte stoppen könnten, so Gert de Mesure von Delta Lloyd Securities. In fast allen Sektoren sei die Stimmung negativ.

Alcatel sorgte bei den Telekomausrüstern wieder für lange Gesichter. Nahezu alle großen europäischen Telefongesellschaften versuchen nach einem Bericht der schwedischen Zeitung "Dagens Industri" gegenwärtig, ihre Verträge mit Zulieferern über die Ausrüstung von UMTS-Netzen neu zu verhandeln. Das Blatt schreibt unter Berufung auf Marc Rouanne, Leiter des Mobil-Geschäftes bei Alcatel, die Preise für UMTS-Ausrüstungen seien auf unter die Hälfte des Niveaus gesunken, die sie vor zwei Jahren bei den ersten Vertragsabschlüssen gehabt hätten.

Die Aktie von Alcatel sackte um 6,2 Prozent auf 12,12 Euro ab und andere Telekom-Ausrüster rutschten munter hinterher. Philips fiel 6,2 Prozent auf 32,10 Euro, Siemens gab 2,8 Prozent auf 66,30 Euro nach. Weiter nach unten ging es auch für die Nokia-Aktie, die 5,4 Prozent auf 14,15 Euro nachgab. Die Aktie des Handy-Herstellers hat seit der Umsatzwarnung im vergangenen Monat mehr als 36 Prozent an Wert verloren. Nokia werde am 11. Juni zur Mitte des Quartals wieder informieren, bis dahin werde die Aktie wohl unter Druck bleiben, so ein Händler. Auch der schwedische Nokia-Konkurrent Ericsson stand auf den Verkaufslisten, die Aktie fiel 5,7 Prozent auf 21,40 schwedische Kronen.

Auch im Chip-Sektor sah es nicht rosig aus. Infineon-Chef Schumacher hatte am Mittwochabend vor einem erneuten Preisabfall gewarnt. Weiter im Abwärtstrend befand sich dadurch die Aktie von ARM Holdings, die nochmals 8,3 Prozent auf 172,14 Pence nachgab. Der Ausrüster für die Chip-Industrie hatte bereits am Mittwoch nach einer Analystenabstufung deutlich verloren.

Im Mediensektor belastete Vivendi - die Aktie gab 5,1 Prozent auf 32,02 Euro nach. Die Aufsichtsratssitzung am Mittwoch habe nicht die erwarteten Neuigkeiten gebracht, so ein Händler. Im Vorfeld der Sitzung war über Verkäufe von Unternehmensbereichen zur Schuldenreduzierung spekuliert worden. Diese Hoffnungen hätten sich bislang nicht erfüllt.

Eine Megafusion bahnt sich bei den Bierbrauern an. Die in London gelistete South African Breweries (SAB) will für 5,6 Milliarden Dollar die Miller Brewing von dem US-Konsumgüterkonzern Philip Morris übernehmen. Die Süd-Afrikaner sollen dabei 3,6 Milliarden Dollar in Aktien zahlen und übernehmen die Schulden von Miller in Höhe von 2 Milliarden Dollar. Das neue Unternehmen, dass SABMiller heißen soll, rückt damit zum weltweit zweitgrößten Brauerei-Konzern nach Anheuser-Busch auf. Die SAB-Aktie fiel in London 1 Prozent auf 571 Pence.

Deutlich nach oben geht es für die Aktie von Zeltia. Angeblich will der britische Pharma-Konzern GlaxoSmithKline das spanische Biotech-Unternehmen übernehmen. Analysten halten die Übernahme allerdings für unwahrscheinlich und Zeltia-Chef Sousa dementierte den Erhalt eines Übernahmeangebots. Die Zeltia-Aktie legte 2,2 Prozent auf 9,61 Euro zu, für GlaxoSmithKline ging es 3,6 Prozent auf 1437 Pence nach unten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte die Aktie am Morgen auf „market perform“ von zuvor „market outperform“ heruntergestuft.

Die britische Großbank Barclays plant den Abbau von 1.000 weiteren Arbeitsplätzen, um die Kosten zu senken. Die Stellenstreichungen erfolgten im Rahmen der Übernahme der Woolwich Bank, hieß es von Barclays. Die Aktie ging mit 595 Pence unverändert aus dem Tag.

Quelle: ntv.de

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