Marktberichte

Pharma-Aktien unter Druck US-Börsen geht Schwung aus

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(Foto: dpa)

Der deutsche Aktienmarkt startet besser denn je in die neue Handelswoche. Grund sind die guten US-Arbeitsmarktzahlen. Diese wirken sich auch positiv auf die Wall Street aus. Doch nach den Rekordständen vom Freitag bewegen sich die Indizes kaum.

Der Dax hat am Montag ein Jahreshoch nur knapp verpasst. Mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 10.432 Punkte ging der Leitindex über die Ziellinie und blieb dabei lediglich 3 Zähler unter seiner im April aufgestellten Bestmarke. Im Verlauf hatte der Dax bei 10.478 Punkten zeitweise so hoch gestanden wie noch nie in diesem Jahr. Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax rückte um 0,33 Prozent auf 21.282 Zähler vor, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,20 Prozent auf 1704 Punkte nachgab.

Laut Markus Huber, Händler für den Broker City of London Markets, wirkten die guten US-Arbeitsmarktdaten nach, die bereits am Ende der vergangenen Woche für gute Stimmung gesorgt hatten. Anleger setzten außerdem weiter auf das billige Geld der Zentralbanken, kommentierten Analysten. Nachdem bereits in der Vorwoche die Bank of England den Leitzins gesenkt hatte, hofften sie nun darauf, dass die US-Notenbank Fed vorerst von einer weiteren Zinsanhebung absehe.

Die Erleichterung war vor allem bei den in den vergangenen Wochen arg gebeutelten Finanzwerten zu spüren. Im EuroStoxx50, der die 50 größten börsennotierten Firmen der Euro-Zone umfasst, kamen neun der zehn größten Gewinner aus der Finanzbranche. Zu den Top-Favoriten zählten die Aktien der Versicherungskonzerne Allianz und Axa mit Kursgewinnen von drei und 2,5 Prozent. Zudem machten mit Deutsche Bank und UniCredit sowie die im Dax gelistete Commerzbank drei der größten Verlierer Boden gut und stiegen um je rund drei Prozent.

Hugo Boss verliert empfindlich

Papiere von Hugo Boss büßten 4,1 Prozent ein und waren damit größter Verlierer aller Standardwerte. Die Bank UBS erhöhte zwar das Kursziel für die Aktie um 1 auf 54 Euro. Die Analysten stellten gleichzeitig jedoch Gefahrenpotenzial für die Dividende der Modekette fest. Mit dem Cashflow und dem Nettogewinn hätten sich zwei für die Dividende maßgebliche Kennziffern zuletzt verschlechtert.

Steinhoff
Steinhoff ,05

Der Möbelhändler Steinhoff - die Aktie ist im MDAX enthalten - erwirbt für 2,4 Milliarden US-Dollar das amerikanische Bettenhaus Mattress. Analysten werten den Zukauf als strategisch sinnvoll, der Kurs stieg um 1,6 Prozent. Der Mattress-Kurs verdoppelte sich an der Wall Street.

Hannover Rück legten um 3,3 Prozent zu, angetrieben von einer Hochstufung von "Underperform" auf "Neutral" durch die Credit Suisse. Papiere von MLP stiegen um 2,4 Prozent. Der Finanzdienstleister sieht Licht am Ende des Tunnels im Geschäft mit Lebensversicherungen.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 67,0 (Vortag: 83,3) Millionen Aktien im Wert von rund 2,42 (Vortag: 2,98) Milliarden Euro. Es gab 21 Kursgewinner und neun -verlierer.

Rohstoffe: Öl setzt Erholung fort

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 48,30

Die Ölpreise notieren im Plus. Somit halten die Kurse ihre leichte Erholungstendenz, die am Mittwoch mit den jüngsten Daten zu den US-Ölreserven eingesetzt hatte. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete 44,80 US-Dollar. Das waren 1,9 Prozent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI zur Lieferung im September stieg um 2 Prozent auf 42,39 Dollar.

Die Ölpreise waren seit Anfang Juli wieder stärker unter Druck geraten. Seit Mittwoch hatte es nach Daten zu den US-Ölreserven eine leichte Erholung gegeben. "Der größte Ausverkauf scheint vorbei zu sein", sagte Öl-Analyst Angus Nicholson von IG in Melbourne. Als der Preis für WTI-Öl Mitte vergangener Woche unter 40 Dollar gefallen war, seien Verkäufer in den Markt gekommen, die sich hätten eindecken müssen, erklärte der Analyst weiter.

Das Gold als vermeintlich sicheres Investment wurde 0,3 Prozent niedriger bezahlt mit 1.341 Dollar je Feinunze. "Die Rally des Goldpreises hat Dampf eingebüßt", sagte Analyst Bill MacNamara. Auch hier seien die guten Daten zur Beschäftigung in den USA vom Freitag der zentrale Grund. Laut Morgan Stanley ist die Nettozahl der auf einen steigenden Goldpreis gekauften Positionen auf den höchsten Stand seit mehreren Jahren gestiegen. Händler sprechen in solchen Fällen von einem "überkauften Asset". Am Euro-Rentenmarkt traten Bundesanleihen auf der Stelle.

Devisen: Kaum Veränderung

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,20

Während der Euro wenig verändert um 1,11 US-Dollar steht, gibt der Yen zur US-Devise weiter nach. Aktuell müssen für einen Greenback 102,32 Yen bezahlt werden nach 101,70 am späten Freitag. Auf dem Yen lastet die Risikofreude an den Finanzmärkten. Japans Währung gilt als sicherer Währungshafen, wird deshalb aber in risikofreudigen Marktphasen gemieden. Weil sowohl der US-Dollar als auch der Euro zum Yen aufwerten, tritt der Euro zum Dollar wiederum auf der Stelle.

USA: Verschnaufen an der Wall Street

Die US-Börsen haben am Montag im Minus geschlossen. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,1 Prozent auf 18.529 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab um 0,1 Prozent auf 2181 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,15 Prozent auf 5213 Punkte. Die durch den brummenden Arbeitsmarkt wieder gestiegene Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung verstärkte die Neigung zu Gewinnmitnahmen.

Während die Pharmawerte Merck & Co. und Pfizer 1,6 bzw. 1,4 Prozent abgaben, stiegen Exxon Mobil und Chevron befeuert von der Ölpreisrally um 1,2 bzw. 0,7 Prozent. Mattress Firm verbuchten nach dem Aufkauf von Steinhoff eine Kursexplosion von 114,4 Prozent. Wal-Mart büßten 0,6 Prozent ein. Der US-Einzelhandelskonzern verstärkt sein Online-Geschäft mit einer milliardenschweren Übernahme. Wal-Mart übernimmt den Amazon-Konkurrenten Jet.com für 3,3 Milliarden US-Dollar.  

Asien: Gewinne dank neuer Zentralbankliquitidät

Nikkei
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An den asiatischen Aktienmärkten herrscht zum Wochenstart Kauflaune. Die starken US-Arbeitsmarktdaten, die bereits für gute Stimmung an der Wall Street gesorgt hatten, lassen nun auch in Asien die Kurse klettern. In Japan bekommenen die Aktien auch dadurch Auftrieb, dass die Bank of Japan (BoJ) jüngst entschied, die Aufkäufe von sogenannten Exchange Traded Funds (ETF) auszubauen. Mit dieser Maßnahme führt die Notenbank dem Markt zusätzliche Liquidität zu. "Weil die BoJ keine Sommerpause bei den Käufen einlegt, wird man die Auswirkungen länger am Markt spüren", sagte Eiji Kinouchi, technischer Analyst bei Daiwa Securities.

Der Tokioter Aktienmarkt verzeichnet die größten Gewinne. Für den Nikkei-225 geht es 2 Prozent nach oben. Der breiter gefasste Topix legte um 1,5 Prozent zu.

In China gewinnt der Hang-Seng-Index in Hongkong 1,3 Prozent. In Australien gewann der S&P/ASX-200 in Sydney 0,7 Prozent. Nachdem die Reserve Bank of Australia in der vergangenen Woche den Leitzins um 25 Basispunkte von 1,75 auf das Rekordtief von 1,5 Prozent gesenkt hat, gibt es am Markt immer noch weitere Zinssenkungsfantasie.

Quelle: ntv.de, mbo/kpi/DJ/rts/dpa