Marktberichte

Bernanke optimistisch Wall Street auf Rekordhoch

Aus den USA berichtet Lars Halter

Die amerikanischen Börsen sind nach einer beruhigenden Rede von Notenbank-Chef Ben Bernanke gut gelaunt: Der Dow-Jones-Index legte am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge dreistellig zu und schloss, am Ende etwas schwächer, mit einem Plus von 86 Zählern oder 0,7 Prozent auf 12.741 Punkten – einem neuen Allzeit-Hoch.

Auch die Transport- und Energiewerte schlossen auf Höchstständen. Die Nasdaq kletterte derweil um 28 Zähler oder 1,2 Prozent auf 2.488 Punkte, der marktbreite S&P-500-Index verbesserte sich um 11 Zähler oder 0,8 Prozent auf 2.488 Punkte.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte am Morgen vor dem Kongress seine Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage der Nation wiedergegeben. Bernanke nimmt dem Markt zwar endgültig die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen, eine Zinsanhebung scheint aber auch nicht auf dem Plan der Notenbank zu stehen. Vielmehr glaubt die Fed, dass der aktuelle Kurs für moderates Wirtschaftswachstum sorge, und dass der Inflationsdruck etwas nachlasse.

Dass ein positives konjunkturelles Empfinden hinter den Mittwoch-Gewinnen steckte, ließ sich an einem schnellen Blick auf den Dow erkennen: Größte Gewinner waren die Papiere von Industrie-Schwergewichten wie Caterpillar, Honeywell, General Electric und United Technologies. Auch die Aktien der Finanzbranche, die sehr zins-abhängig sind, verbesserten sich deutlich. American Express kletterte um mehr als 2 Prozent, auch J.P. Morgan und Citigroup schlossen deutlich im Plus.

Die Aktie von ExxonMobil konnte indes nur minimal zulegen. Das Papier litt unter den Ölpreis, der um mehr als 1 Dollar nachgab. Am Mittwoch waren die Lagerbestände über den Erwartungen gemeldet worden. Selbst die jüngste Kältewelle hat die Heizöl-Pegel nicht so sehr gedrückt wie befürchtet worden war.

Unter den Gewinnern war die Hightech-Aktie von Intel. Der Chiphersteller kletterte um fast 2 Prozent, angetrieben unter anderem von guten Nachrichten vom Chip-Zulieferer Applied Materials. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Quartal den Umsatz um 29 Prozent gesteigert und den Gewinn mehr als verdreifacht. Man verdankt die gute Performance der hohen Nachfrage nach Chip-Maschinen für den Bereich der Verbraucherelektronik. Im Hightech-Sektor machte ferner IBM Schlagzeilen. Das Unternehmen will einen technologischen Durchbruch bei der Entwicklung neuer Speichertechnologien erreicht haben.

Unter den größten Gewinnern außerhalb der Indizes schloss DaimlerChrysler mit einem Plus von 8,5 Prozent. Der deutsch-amerikanische Autobauer will im Rahmen der Chrysler-Restrukturierung 13.000 der insgesamt 82.000 Chrysler-Mitarbeiter entlassen und ein Werk im Bundesstaat Delaware schließen. So sollen über die nächsten zwei Jahre 4,5 Milliarden Dollar eingespart werden. Darüber hinaus schließt Konzernchef Dieter Zetsche explizit keine Maßnahmen aus, um den angeschlagenen US-Partner zu restrukturieren. Experten interpretieren das als erste Ankündigung eines möglichen Verkaufs. Ziel des Chrysler-Umbaus ist Profitabilität ab 2008.

Quelle: ntv.de