Marktberichte

Mehr Arbeitslose Wall Street im Plus

Eine böse Überraschung gab es für die US-Aktienmärkte am Freitag vor Börsenbeginn. Die neuesten Arbeitsmarktdaten waren deutlich schlechter ausgefallen als von Analysten erwartet und den Anlegern verging die Lust am vorweihnachtlichen Aktien-Shopping zunächst gründlich. Der Rücktritt des US-Finanzminister O'Neill wurde an den Börsen mit Zustimmung aufgenommen. Im Handelsverlauf konnten die Märkte deshalb wieder Boden gut machen. Ein Zukauf von IBM kommt bei den Investoren allerdings nicht gut an.

Der Dow Jones kletterte um 0,2 Prozent auf 8.641 Punkte, die Nasdaq schaffte ein Plus von 0,8 Prozent auf 1.422 Zähler.

Zuvor war der US-Finanzminister Paul O’Neill überraschend auf Bitte des US-Präsidialamtes zurückgetreten. Das US-Präsidialamt erwägt seit einiger Zeit einen größeren Umbau seines Wirtschaftsstabs. Wie eine Sprecherin zuvor mitgeteilt hatte, werde der Rücktritt in den kommenden Wochen wirksam. O’Neill habe eine optimistischere Haltung zur Entwicklung der US-Wirtschaft eingenommen als viele andere und weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft abgelehnt, offensichtlich habe er sich mit dieser Position nicht durchsetzen können, so Alan Levenson von T.Rowe Price Associates. Nun sei es wahrscheinlich, dass es stärkere Anreize für die Wirtschaft geben werde.

Die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft ist im November um 40.000 zurückgegangen. Die US-Arbeitslosenquote stieg auf 6 Prozent nach 5,7 Prozent im Oktober. Analysten hatten einen Stellenzuwachs von 38.000 Arbeitsplätzen und eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent prognostiziert. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im vergangenen Monat um 0,3 Prozent auf 14,93 Dollar.

Die Märkte hätten in den vergangenen zwei Monaten deutlich zugelegt, jetzt gebe es eine natürliche Konsolidierungsphase, die die Börsen bräuchten um weiter zu steigen, so ein Händler. Dieser normale Vorgang könne allerdings durch die schwachen Arbeitsmarktdaten gestoppt werden. Die letzten Konjunkturdaten seien meist schlechter als erwartet ausgefallen, nun kehre die Angst in den Markt zurück, dass die US-Wirtschaft immer noch nicht aus ihrem Tief herauskomme.

Gute Nachrichten gab es allerdings von Intel. Der weltweit größte Chiphersteller hat seine Umsatzprognose für das laufende Quartal leicht erhöht. Wie das Unternehmen mitteilte, soll sich der Umsatz in einer Spanne von 6,8 Milliarden bis 7,0 Milliarden US-Dollar bewegen. Bislang hatte das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 6,5 Milliarden und 6,9 Milliarden US-Dollar gerechnet. Die Aktie fiel dennoch 1,4 Prozent auf 18,67 Dollar.

Der weltgrößte Computerkonzern IBM will Rational Software für rund 2,1 Milliarden Dollar oder 10,50 Dollar je Aktie in bar übernehmen. Beide Unternehmen haben sich auf den Übernahmepreis geeinigt, teilte „Big Blue“ mit. Die Übernahme bedürfe noch der Zustimmung durch die Aktionäre und die Kartellbehörde. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von 29 Prozent gegenüber dem Donnerstag-Schlusskurs der Rational-Aktie von 8,17 Dollar. Für IBM ging es 2,1 Prozent auf 81,31 Dollar nach unten, Rational machte dagegen einen Kurssprung von 25,3 Prozent auf 10,24 Dollar.

Quelle: ntv.de

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