Marktberichte

Vor Zahlen von Apple und Yahoo Wall Street schließt freundlich

Ihre Enttäuschung über schwache Unternehmensumsätze können die Anleger an den New Yorker Aktienmärkten erst am Nachmittag überwinden. Dann jedoch dreht die Stimmung auf breiter Front, die Erholungsbewegung vom Wochenbeginn setzt sich fort. Dow, S&P und Nasdaq schließen im Plus.

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Der Handel am Dienstag: Am Nachmittag wagten sich die Optimisten wieder hinter ihren Monitoren hervor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Angetrieben von Gewinnen bei Energie- und Bauaktien sowie bei den Titeln von Goldman Sachs haben die US-Börsen am Dienstag Gewinne verbucht. Die Märkte drehten zum Handelsende ins Plus, nachdem zunächst enttäuschende Umsätze bei Unternehmen für Verluste gesorgt hatten. Insbesondere Rohstoff- und Immobilientitel hätten den Markt nach oben gezogen, sagten Börsianer. Die Baugenehmigungen hatten im Juni mit einem Anstieg überrascht, die Baubeginne waren indes gesunken.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,74 Prozent auf knapp 10.230 Punkte. Im frühen Handel war der Leitindex der 30 US-Schwergewichte bis auf 10.007 Punkte zurückgefallen. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 1,14 Prozent auf 1083 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq kletterte der Composite-Index um 1,10 Prozent auf 2222 Punkte. Der Nasdaq-100-Index verbesserte sich um 1,18 Prozent auf knapp 1841 Punkte. In Frankfurt war der Dax noch mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 5967 Punkten aus dem Handel gegangen.

Der überraschend starke Rückgang bei den Wohnbaubeginnen drückte nur kurzzeitig auf die Stimmung der Händler. Im Juni wurde mit dem Bau von so wenigen Häusern begonnen wie seit acht Monaten nicht mehr. Der Markt sei als Reaktion auf mehrere schlechte Nachrichten aus der Branche jedoch nicht völlig auseinandergebrochen, was auf eine Bodenbildung hindeuten könne, sagte Michael Sheldon von RDM Financial.

Die Aktie der Investmentbank Goldman Sachs verteuerte sich nach anfänglichen Verlusten um 2,2 Prozent. Zwar waren Gewinn und Einnahmen des Geldhauses im zweiten Quartal eingebrochen. Einige Händler signalisierten aber, die Bank sei am Markt bereits genug abgestraft worden. "Ich bin nicht sicher, wie schlimm die Sünden wirklich sind", sagte Anton Schutz von Mendon Capital Advisors. Kollege Charles Lieberman von Advisors Capital Management sprach von einer attraktiven Investitionsmöglichkeit.

Der Lufthansa-Partner United Airlines schrieb im zweiten Quartal erstmals seit drei Jahren wieder schwarze Zahlen. Die Aktie der Konzernmutter UAL stieg um 4,8 Prozent.

Auch Anteile des Getränkeherstellers PepsiCo wurden 4,3 Prozent teurer gehandelt. Der Coca-Cola-Rivale profitierte im abgelaufenen Quartal von der Übernahme zweier Abfüller und starken internationalen Snack-Verkäufen.

Der Hersteller von Kult-Motorrädern, Harley Davidson, überraschte ebenfalls mit guten Geschäftszahlen, die Aktie schnellte 13,6 Prozent in die Höhe.

Anteilsscheine von Energieunternehmen profitierten von einem steigenden Ölpreis.

Für eine Begrenzung der Gewinne sorgten einzelne Quartalsberichte. Der Chipkonzern Texas Instruments konnte seinen Umsatz zwar steigern, aber nicht so stark wie von Analysten erwartet - die Aktie verlor mehr als drei Prozent.

In diesem Jahr stehe bei Händlern der Umsatz klar im Mittelpunkt, sagte Jamie Cox von der Harris Financial Group. Verfehle ein Unternehmen hier die Erwartungen, würden Investoren das nicht durchgehen lassen. So wurde die Aktie des IT-Dienstleister IBM 2,5 Prozent schwächer gehandelt, nachdem der Umsatz die Erwartungen nicht erfüllen konnte.

Auch Aktien des Pharmakonzerns Johnson & Johnson gehörten mit einem Minus von 1,7 Prozent zu den Verlierern. Auch hier blieben die Erlöse hinter den Erwartungen zurück, zudem korrigierte der Konzern seine Gewinnaussichten bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr nach unten. Vor Vorlage der Geschäftszahlen lagen Aktien von Apple und Yahoo im Plus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,13 Mrd. Aktien den Besitzer. 2458 Werte legten zu, 559 gaben nach und 87 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Mrd. Aktien 1841 im Plus, 765 im Minus und 128 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 2/32 auf 104-19/32. Sie rentierten mit 2,955 Prozent. Die 30-jährigen Bonds standen bei 106-25/32 und hatten eine Rendite von 3,9841 Prozent.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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