Marktberichte

PeopleSoft verdarb Stimmung Wall Street unter Druck

Schlechte Nachrichten von den Unternehmen, die eskalierende Krise in Nahost und der steigende Öl-Preis - an der Wall Street ging es am Dienstag deutlich nach unten. Der Dow Jones fiel 0,5 Prozent auf 10.315 Punkte, die Nasdaq gab 3,1 Prozent auf 1.805 Punkte nach.

Die Sorge, wie es im Konflikt zwischen Israel und Palästina weitergehe, belaste die Märkte natürlich, so ein Händler. Dazu kämen Befürchtungen der Öl-Preis könne im Falle eines Krieges in der Region weiter anziehen, nachdem er am Montag bereits ein 6-Monats-Hoch erreicht hatte.

Aber auch die Gewinnwarnung von PeopleSoft habe für eine gewisse Ernüchterung gesorgt, hieß es weiter. Die Anleger würden zunehmend skeptisch, ob sich die Unternehmensgewinne im gleichen Maßstab wie die Konjunkturdaten erholen würden.

Der Softwarehersteller PeopleSoft hatte zuvor bekannt gegeben, er rechne für das erste Quartal nur noch mit Erlösen aus Software-Lizenzen von 130 bis 135 Millionen Dollar. Im Januar hatte der Konzern noch Erlöse in Höhe von rund 160 Millionen Dollar prognostiziert. Die Aktie brach 32,7 Prozent auf 25,16 Dollar ein. Auch andere Software-Titel wurden von der Gewinnwarnung ins Minus gedrückt. Oracle verlor 2,4 Prozent auf 12,53 Dollar, und Siebel Systems schlossen mit 7,0 Prozent bei 31,82 Dollar in der Verlustzone.

Schlechte Nachrichten gab es auch von Bristol-Myers Squibb. Der Pharmakonzern warnte die Anleger, dass die Großhandelsbestände seiner Medikamente zu hoch seien. Eine Reduzierung der Lagerbestände werde die künftige Ergebnisse des Unternehmens belasten, hieß es weiter. Genauere Angaben machte Bristol-Myers nicht. Die Papiere gaben 5,4 Prozent auf 38,24 Dollar nach.

Die Aktie des Biotech-Unternehmens Noven Pharmaceuticals profitierte von einem erfolgreichen ersten Test eines neuartigen Stoffes, mit dem Hautstücke ersetzt werden können und legte 2,6 Prozent auf 20,52 Dollar zu.

Im Blickpunkt stand auch die Aktie von ImClone. Der Medikamenten-Konzern konnte seinen Verlust im vierten Quartal zwar auf 42 Cent je Aktie nach 52 Cent im Vorjahr eingrenzen, verfehlte die Erwartungen von Analysten jedoch deutlich, die nur mit einem Minus von 28 Cent gerechnet hatten. Die Papiere schlossen mit 0,6 Prozent bei 24,90 Dollar im Plus.

Unter den steigenden Mineraölpreisen litten vor allem die Fluggesellschaften. Continental Airlines hatte sich bereits besorgt über die gestiegenen Ölpreise gezeigt und erwartet einen „bedeutenden Verlust“ im ersten Quartal. AMR, die Mutter von American Airlines, gab zudem bekannt, dass im März der Flugverkehr der Fluggesellschaft um 12,1 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat gesunken sei. Die Continental-Aktie verlor 3,8 Prozent auf 26,60 Dollar, die AMR-Aktie schloss mit 6,0 Prozent bei 24,02 Dollar im Minus.

Der Kopiergeräte-Hersteller Xerox hat mit der Börsenaufsicht SEC eine Überarbeitung der Bilanzen der Jahre 1997 bis 2001 vereinbart und sich zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 10 Millionen Dollar bereit erklärt. Die Übereinkunft müsse allerdings noch von der SEC genehmigt werden, teilte Xerox am Montag nach Börsenschluss mit. Die Aktien des Unternehmens waren am Montag vorübergehend vom Handel an der New York Stock Exchange ausgesetzt worden. Am Dienstag fielen sie 3,4 Prozent auf 10,70 Dollar.

Quelle: n-tv.de

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