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Villepin wird konkret Airbus streicht 10.000 Jobs

Bei dem europäischen Flugzeughersteller Airbus werden nach den Worten des französischen Ministerpräsidenten Dominique de Villepin insgesamt rund 10.000 Stellen wegfallen.

Gegenüber Airbus-Chef Louis Gallois habe er sich gegen reine Entlassungen gewandt, sagte der Ministerpräsident gegenüber dem Sender RTL. Er sprach sich zugleich für eine faire Belastung der Länder bei den Stellenstreichungen aus.

Er habe über die Probleme bei Airbus mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen, sagte Villepin weiter. Am Freitag wollen nun Frankreichs Präsident Jacques Chirac und Merkel die Airbus-Krise bei einem Treffen auf Schloß Meseberg bei Berlin erörtern. "Das ist eine Frage, die wir auf höchster Ebene angehen wollen", erläuterte Villepin.

Die Bekanntgabe des Airbus-Sanierungsprogramms "Power8" an diesem Dienstag war wegen strittiger Fragen zwischen den beteiligten Ländern kurzfristig abgesagt worden. Unklarheit besteht vor allem über die künftige Arbeitsaufteilung zwischen den beiden bei Airbus dominierenden Länder Deutschland und Frankreich. In Deutschland beschäftigte Airbus rund 23.000 Mitarbeiter.

Daimler soll "Power8" blockiert haben

Einem Pressebericht zufolge ist die Verabschiedung des Sanierungsprogramms am Widerstand von DaimlerChrysler gegen die Pläne Frankreichs gescheitert. Der Autohersteller, einziger deutscher Großaktionär der Airbus-Mutter EADS, habe in den abschließenden Gesprächen über das Projekt "Power8" seine Zustimmung verweigert, schreibt die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Informationen aus der Branche.

DaimlerChrysler sehe die Gefahr, dass Frankreich zu große Anteile der Produktion des Rumpfs für den geplanten Langstreckenjet A350 an sich zieht. Zudem gebe es Zweifel an den Einsparzielen. Der deutsche EADS-Co-Chef Tom Enders hat gemahnt, nicht nur die Risiken, sondern auch die Chancen der Airbus fair zwischen Deutschland und Frankreich zu verteilen. In Frankreich werde dagegen kritisiert, dass der Stuttgarter Autokonzern auf Druck der Bundesregierung Forderungen stelle, die an den tatsächlichen Kompetenzen vorbeigingen, berichtete das Blatt.

EADS hatte einen Tag vor der geplanten Bekanntgabe mitgeteilt, dass sich die Gesellschafter noch nicht über das Airbus-Sparprogramm geeinigt hätten. Der europäische Luft-und Raumfahrtkonzern begründete die Verschiebung unter anderem damit, dass unklar sei, wie die Arbeit zum Bau des A350 XWB verteilt werden solle. Airbus-Chef Louis Gallois gab der Politik eine Mitschuld daran.

Quelle: ntv.de