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Bogen um Mexiko City Airlines in Bereitschaft

Deutsche Fluggesellschaften und Reiseveranstalter sind wegen der zunehmenden Fälle von Schweinegrippe in Amerika in Alarmbereitschaft. Während Airlines von Flugstreichungen bislang absehen, haben Reiseveranstalter Ausflüge nach Mexiko City bis auf weiteres abgesagt.

Noch habe es am größten deutschen Flughafen in Frankfurt keinen Verdachtsfall gegeben, sagte ein Fraport-Sprecher. Sollte es jedoch entsprechende Hinweise geben, könne der Flughafenbetreiber Fraport schnell reagieren. "Die medizinische Station am Flughafen ist rund um die Uhr besetzt."

"Normale Einreise" nach Berlin

Das Frankfurter Gesundheitsamt habe über das Wochenende Notfallpläne aktiviert, um für ein Auftreten der Schweinegrippe vorbereitet zu sein, sagte der stellvertretende Amtsleiter René Gottschalk. Noch würden aus der Region ankommende Passagiere am Flughafen nicht routinemäßig untersucht. "Die Fallzahlen sind einfach zu gering", sagte er. Derzeit sollten Flughafenbetreiber und Airlines in den betroffenen Ländern sicherstellen, dass keine erkrankten Passagiere an Bord kämen und auf entsprechende Symptome achten.

Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa, die einmal am Tag nach Mexiko City fliegt, verteilt Informationsblätter an Reisende mit Verhaltens- und Gesundheitshinweisen. Von Flugstreichungen sieht die Airline aber bislang ab, ebenso wie Air Berlin, die mehrere Ziele in und um Mexiko anfliegt. Heute erwartet die Berliner Fluggesellschaft drei Maschinen aus der "erweiterten Region" am Flughafen in Düsseldorf, sagte ein Sprecher. Die Passagiere könnten jedoch "ganz normal" einreisen.

Reisen nach Mexiko City abgesagt

Deutsche Reiseveranstalter haben Reisen nach Mexiko City abgesagt. Branchenprimus TUI bietet bis einschließlich 4. Mai keine Reisen mehr in die Region an. Auch Thomas Cook (Neckermann) steuert die mexikanische Hauptstadt bei Rundreisen nicht mehr an. Die beliebten Touristenziele befinden sich jedoch ohnehin in der weiter entfernten Region um Cancun und Playa del Carmen auf der Halbinsel Yucatan. Im Ernstfall könnten die Veranstalter rasch reagieren. "Jedes Touristikunternehmen hat einen Notfallplan", sagte eine Thomas Cook-Sprecherin.

Nach Daten des Deutschen ReiseVerbands (DRV) zählen die Karibik sowie Mittel- und Südamerika nach den USA und Kanada zu den beliebtesten Fernreisezielen der Deutschen. Im Vorjahr reisten laut DRV etwa 155.000 Deutsche nach Mexiko. Ob sich die Schweinegrippe für die Branche zu einer Belastung ähnlich wie die Lungenkrankheit SARS vor ein paar Jahren auswirke, lasse sich derzeit noch nicht einschätzen, sagte eine DRV-Sprecherin. Damals hatten viele Kunden aus Angst vor einer Infektion auf Reisen verzichtet, was der krisenanfälligen Branche hohe Umsatzeinbußen einbrachte.

Quelle: ntv.de