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Siemens-Affäre Arbeitnehmerboss geschmiert?

Der neuerliche Schmiergeldfall bei Siemens steht Medienberichten zufolge im Zusammenhang mit Beraterverträgen für einen Arbeitnehmervertreter. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf einen Angehörigen einer kleineren Arbeitnehmerorganisation, der von Siemens hohe Summen ohne nennenswerte Gegenleistung erhalten haben solle, zitierten die Nachrichtenmagazine "Spiegel" und "Focus" sowie die Nachrichtenagentur Reuters aus Unternehmenskreisen.

Die "Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger", AUB; ist bei Siemens im Aufsichtsrat vertreten und stellt in einem Geschäftsbereich den Betriebsratsvorsitzenden. Sie hatte in der Vergangenheit - anders als die IG Metall - umstrittene Pläne der Unternehmensführung unterstützt.

Siemens wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Eine AUB-Sprecherin erklärte lediglich, die Ermittlungen seien ein "internes Thema von Siemens und richten sich nicht gegen die AUB". Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte ebenfalls keine Angaben machen und verwies auf das Steuergeheimnis. Die Arbeitnehmerorganisation und der Betroffene selbst waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Am Vortag hatte Siemens Durchsuchungen an den Standorten in München, Erlangen und Nürnberg bestätigt. Dabei ging es um den Verdacht, dass es "zu Zahlungen ohne den Nachweis einer konkreten Gegenleistung an einen Vertragspartner gekommen ist", hatte das Unternehmen erklärt.

Nach einem Bericht von "Focus" soll Siemens mit dem Geschäftspartner Verträge abgeschlossen haben, denen keine entsprechende Leistung gegenüber gestanden habe. Seit dem Jahr 2001 habe er den Verträgen zufolge Rechtsgutachten für Siemens erstellt, das Unternehmen arbeitsrechtlich beraten und Konzern-Mitarbeiter geschult. Dafür soll der Mann über die Jahre einen zweistelligen Millionenbetrag von Siemens erhalten haben. Erst Ende vergangenen Jahres habe der Konzern die Beraterverträge aufgelöst und seither intern untersucht, hieß es.

Quelle: ntv.de