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"Überfallartiger Blitzstreik" BVGler legen Berlin lahm

Ein Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) hat den öffentlichen Verkehr in der Hauptstadt am Freitagmorgen nahezu zum Erliegen gebracht. "Vor allem der Ostteil Berlins ist von dem Streik besonders betroffen, da dort nicht nur Busse und U-Bahnen, sondern auch die Straßenbahnen nicht fahren", sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. "In Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen läuft normalerweise fast der gesamte Berufsverkehr über die Straßenbahnen." Einige Ausnahmen gäbe es in den Stadtrandgebieten zu Brandenburg, wo wie in Spandau Subunternehmen der BVG im Einsatz seien. Der um Mitternacht begonnene Streik soll bis Samstagnachmittag 15.00 Uhr dauern.

"Unsere Kolleginnen und Kollegen stehen vor den Betriebshöfen, da ist kein Bus und keine Straßenbahn rausgekommen", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di. Die Gewerkschaft will mit dem Streik ihrer Forderung nach Gehaltserhöhungen von acht bis zwölf Prozent für alle rund 11.500 BVG-Mitarbeiter Nachdruck verleihen. "Es ist auf den Straßen der Hauptstadt heute zwar deutlich mehr los als sonst, aber es ist nicht so, dass wir sagen würden in Berlin herrscht jetzt Chaos", erklärte der Berliner Polizeisprecher Manuel Kaufmann.

Ein Angebot der Arbeitgeber hatte die Tarifkommission von ver.di am Donnerstag als "schlichte Provokation" zurückgewiesen. Die Arbeitgeber hatten eine Einmalzahlung von 200 Euro und Einkommenserhöhungen von sechs Prozent bis Ende 2010 vorgeschlagen. Allerdings nur für die 1150 Beschäftigten, sie seit 2005 eingestellt wurden.

Viele uninformierte Fahrgäste

Der am Donnerstagabend überraschend angekündigte Streik traf viele Berufstätige und Schüler am Freitagmorgen unerwartet. Der Berliner Fahrgastverband kritisierte die Aktion als "überfallartigen Blitzstreik". "Die Gewerkschaften haben mit ihrer kurzfristig gestarteten Aktion das Gebot der Verhältnismäßigkeit grob verletzt", sagte Verbandschef Christfried Tschepe.

So standen am Morgen im gesamten Stadtgebiet zahlreiche, offenbar uninformierte Fahrgäste ratlos an Bus- und Straßenbahnstationen. Die meisten jedoch stiegen auf die S- und Regionalbahnen sowie Autos und Fahrräder um. Ärgerlich war der Streik auch für die Schülerinnen und Schüler, die am Freitag eigentlich pünktlich zur Vergabe ihrer Zeugnisse kommen wollten.

BVG-Chef Andreas Sturmowski kritisierte den Streik scharf. "Wir haben ein Angebot auf den Tisch gelegt - und ein Angebot heißt eigentlich, dass man darüber redet", sagte er. Ein vorgezogener Streik sei nicht verhältnismäßig. "Den Tarifkonflikt auf dem Rücken der Fahrgäste auszutragen, noch dazu am Tag der Zeugnisvergabe, wird als sehr überzogen wahrgenommen."

Für die rund 10.000 vor 2005 eingestellten Mitarbeiter gelte 13 Jahre eine Beschäftigungssicherung. Er hoffe, dass Vernunft in den Streit einkehre. Er kritisierte mit Blick auf die Lokführergewerkschaft GdL, die Bahngewerkschaft habe eine "andere Streikkultur" eingeführt.

Der Autoverkehr verlief auf den Stadtautobahnen laut Polizei weitgehend normal. Er wurde aber an zahlreichen Kreuzungen durch Stromstörungen bei den Ampeln beeinträchtigt. Diese hätten aber nichts mit einem Warnstreik beim Energieversorger Vattenfall zu tun, hieß es.

Quelle: n-tv.de

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