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"Wirtschaftskrise noch da" Castro tobt in der Klinik

Kuba hat nach Auffassung seines erkrankten Staatschefs Fidel Castro die seit Jahren anhaltende Wirtschaftskrise noch immer nicht überwunden. Vom Krankenzimmer aus übte der 80-Jährige scharfe Kritik an einem Regierungsvertreter, der im Fernsehen das Gegenteil behauptet hatte.

"Mir standen die Haare zu Berge", schrieb Castro am Mittwoch in einem Beitrag des Parteiorgans "Granma". "Wo um Himmels willen kam dieser Grobian her?" Die kommunistisch regierte Insel stehe wegen der hohen Rohstoffpreise immer noch vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen, auch wenn sich die Lage etwas gebessert habe. Die als "spezielle Periode" verklärte Phase nach dem Zusammenbruch der Sowjet-Union, der Kuba in die seit 1990 dauernde tiefe Wirtschaftskrise stürzte, sei noch nicht vorbei, betonte Castro.

In seiner als "Kubas Selbstkritik" titulierten Kolumne ging der vor einem Jahr schwer erkrankte Revolutionär auch darauf ein, dass viele Kubaner über einen zunehmende Ungleichheit im Land klagten. Er räumte ein, dass diejenigen, die Geld in fremder Währung von Familienmitgliedern aus dem Ausland erhielten, im Vorteil seien, weil sie zusätzlich von der kostenlosen Gesundheitsversorgung und Zugang zu Bildungseinrichtungen profitierten. "Die reale und sichtbare Abwesenheit von Gleichheit und der Mangel an Information lassen Kritik aufkommen, besonders in den Sektoren, die am bedürftigsten sind", stellte Castro fest.

Der "maximo lider" musste im vergangenen Juli die Amtsgeschäfte an seinen Bruder übergeben, weil er am Darm notoperiert wurde. Seitdem soll er sich noch weiteren Eingriffen unterzogen haben. Er befindet sich aber offenbar auf dem Wege der Besserung. Seit März hat er wieder regelmäßig in zahlreichen Artikeln die Geschicke Kubas kommentiert.

Quelle: ntv.de