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Endesa-Pleite abgehakt E.ON bleibt hungrig

Gut einen Monat nach der Niederlage im Kampf um die spanische Endesa sucht der größte deutsche Energiekonzern E.ON in anderen Regionen Europas nach neuen Kaufgelegenheiten. "Unser Ziel ist es, E.ON zum schlagkräftigsten Energieunternehmen in Europa zu machen", sagte Vorstandschef Wulf Bernotat am Mittwoch in Düsseldorf. Als Wachstumsregionen nannte er neben Spanien Frankreich, Italien und Russland.

Bestärkt wird E.ON durch die Zahlen für das erste Quartal. Der dort erzielte Gewinnsprung sei zum überwiegenden Teil dem Auslandsgeschäft zu verdanken gewesen, sagte Bernotat. In Deutschland sieht E.ON wegen der zunehmenden staatlichen Regulierung kaum noch Wachstumschancen.

Im ersten Quartal profitierte E.ON vor allem vom Gasgeschäft im Ausland und den Zuwächsen in Großbritannien. Von Januar bis Ende März stieg der Überschuss um die Hälfte auf 3,07 Milliarden Euro. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Allein die britische Konzerneinheit verzehnfachte ihr bereinigtes Ebit auf 436 Millionen Euro. Gedämpft wurden die Erträge durch den milden Winter und niedrigere Erlöse aus dem Stromhandel.

Nach dem ersten Quartal gibt sich E.ON optimistischer zur Entwicklung im Gesamtjahr. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll 2007 ebenso wie der Überschuss um fünf bis zehn Prozent steigen. Bisher hatte E.ON nur mit einer leichten Gewinnsteigerung um bis zu fünf Prozent gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte E.ON ein bereinigtes Ebit von 8,2 Milliarden Euro verbucht, unter dem Strich blieben 5,06 Milliarden Euro übrig.

Mit der neuen Angrifflust will Bernotat die Niederlage in Spanien endgültig zu den Akten legen. Über ein Jahr hatte er verbissen um Endesa gekämpft, musste aber letztlich angesichts des heftigen Widerstands das Handtuch werfen. Durch eine Vereinbarung mit den siegreichen Rivalen - dem italienischen Energieriesen Enel und dem spanischen Mischkonzern Acciona - erhält E.ON wenigstens noch für rund zehn Milliarden Euro Beteiligungspakete in Südeuropa.

Quelle: ntv.de