Meldungen

Kampf um Jobs Firmen mit vielen Sorgen

Die deutsche Wirtschaft geht mit Sorgen ins neue Jahr. 41 von 43 Wirtschaftsverbänden gaben in einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln an, die Stimmung in den Firmen ihrer Branche sei schlechter als beim vorherigen Jahreswechsel. Viele Unternehmen wollen demnach aber aus Angst vor Fachkräftemangel die Arbeitsplätze erhalten.

Keine einzige Branche berichte von einer besseren Lage als Ende 2007, ergab die Umfrage. Nur der Einzelhandel und die Volksbanken trotzten der vorherrschenden Stimmung und gäben die Lage-Einschätzung ihrer Mitgliedsunternehmen als unverändert an.

Die Mehrzahl der befragten Wirtschaftsverbände aber rechnet mit einer rückläufigen Entwicklung in der Produktion und beim Umsatz. Besonders stark wird es nach eigener Einschätzung etwa die Autoindustrie, die Eisen- und Stahlindustrie und die Werbewirtschaft treffen. Mit einem besseren Geschäftsergebnis als 2008 rechnen im kommenden Jahr nur die Elektrotechnik-Branche, der Groß- und Außenhandel sowie die Investment-Branche. Ein immerhin gleichbleibendes Ergebnis erwarten die Maschinen- und Anlagenbauer, die Druckindustrie, die Banken und Volksbanken sowie die Informationswirtschaft.

Mehr investieren als in diesem Jahr wollen in einem solchen Klima nur zwei Branchen - die von der Kaufzurückhaltung schwer getroffene Automobilindustrie und die Energie- und Wasserwirtschaft, wie die Umfrage ergab. Gleich viele Investitionen planen demnach unter anderen die Maschinen- und Anlagenbauer, die Elektrotechnik, die Druckindustrie, das Baugewerbe und der Groß- und Außenhandel.

Warnung vor Schwarzmalerei

Arbeitsplätze abbauen wollen der Umfrage zufolge Unternehmen in 26 Branchen. Immerhin 17 Branchen aber gehen von gleichbleibenden Mitarbeiterzahlen aus. Einen Personalzuwachs wollte allerdings keiner der 43 befragten Wirtschaftsverbände in Aussicht stellen, wie das IW mitteilte.

IW-Direktor Michael Hüther warnte dennoch davor, allzu schwarz zu malen. In den vergangenen Jahren hätten die deutschen Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und könnten den derzeitigen Abschwung besser durchstehen als frühere Krisen, erklärte er. Auch der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Ulrich Blum, stellte der deutschen Wirtschaft ein gutes Zeugnis aus. Sie stehe trotz der Krise "eigentlich gut da", sagte er dem MDR. In den vergangenen Jahren habe die Wirtschaft eine dramatische Verbesserung ihrer technologischen und produktiven Strukturen erlebt. "Auch unter schwierigen Bedingungen ist sie nun überlebens- und leistungsfähig."

Viele Arbeitnehmer können einer Untersuchung der Management-Beratung Towers Perrin zufolge sogar auf höhere Gehälter im kommenden Jahr hoffen. Allerdings würden die Erhöhungen geringer als ursprünglich geplant ausfallen. Während im August Gehaltserhöhungen von 3,9 Prozent für 2009 prognostiziert wurden, sind es jetzt nur noch 2,2 Prozent. Auch dieser Studie zufolge ist ein großflächiger Personalabbau noch nicht in Sicht. Die Unternehmen setzen eher auf Einstellungsstopps.

Quelle: ntv.de