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Mega-Pleite in den USA GGP berührt Coba-Tochter

Eine der größten Immobilien-Pleiten in den USA trifft auch die deutsche Commerzbank: Der zweitgrößte US-Shopping-Mall-Betreiber General Growth Properties (GGP) hat Insolvenz angemeldet. Nach monatelangen Verhandlungen mit den Gläubigern und dem vergeblichen Versuch, sich anderweitig zu refinanzieren, habe der Konzern Gläubigerschutz nach US-Recht (Chapter 11) beantragt, teilte GGP in Chicago mit. Auch für den deutschen Immobilienfinanzierer Eurohypo könnte dies zu weiteren Belastungen führen.

Die Commerzbank-Tochter Eurohypo wird in dem eingereichten Antrag als einer der größten Gläubiger genannt. Insgesamt beliefen sich demnach die Forderungen des Instituts auf zwei Kredite mit einem Gesamtvolumen von rund 2,6 Mrd. Dollar (rund 2,0 Mrd. Euro). Laut der Commerzbank ist Eurohypo jedoch weit weniger stark betroffen. Das Engagement liege nur bei rund zehn Prozent der im Gläubigerschutz-Antrag genannten Summe von 2,6 Mrd. Dollar, hieß es. Das Missverständnis sei dadurch entstanden, dass die Eurohypo als einer der größten Geldgeber stellvertretend für eine Gruppe von insgesamt 175 Gläubigern aufgeführt worden sei.

Für den auf die Eurohypo entfallenen Anteil sei bereits vorgesorgt worden oder dies solle im laufenden Jahr geschehen. Welche Summe die Bank schon zurückgestellt hat, wollte eine Sprecherin nicht sagen.

Auch die Anleger blieben gelassen: Die Aktie der Commerzbank reagierte auf die Nachricht am Donnerstag kaum - zuletzt lag das Papier dank der allgemein positiven Stimmung in der Branche nach guten Zahlen der US-Bank JP Morgan sogar im Plus.

Mit 27 Mrd. in der Kreide

GGP hatte Ende 2008 eine Bilanzsumme von rund 29 Mrd. Dollar, die ausstehenden Schulden beliefen sich auf etwa 27 Mrd. Dollar (20,4 Mrd. Euro). Der Konzern betreibt in den USA mehr als 200 Shopping-Center in 44 Bundesstaaten.

Das Tagesgeschäft in den Malls laufe weiter wie gewohnt, hieß es in der Mitteilung der Firma. "Unser Kerngeschäft ist gesund", sagte GGP-Chef Adam Metz. Das Management habe in den vergangenen Monaten "unermüdlich daran gearbeitet", die Schulden zu bedienen - allerdings habe der Zusammenbruch der Kreditmärkte dem Konzern die Refinanzierung am Markt unmöglich gemacht.

Quelle: ntv.de