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Sieben Jahre nach Insolvenz Geld für Holzmann-Gläubiger

Sieben Jahre nach dem gescheiterten Rettungsversuch für den Baukonzern Philipp Holzmann erhalten die Gläubiger die ersten Abschlagszahlungen auf ihre Forderungen. Der Insolvenzverwalter Ottmar Hermann schüttet aus der Insolvenzmasse etwa 84 Mio. Euro an die rund 9000 Gläubiger aus. Dies entspreche etwa fünf Prozent der Forderungen, teilte der Insolvenzverwalter in Frankfurt/Main mit.

"Gläubiger können mit einem Nachschlag rechnen", sagte Hermann weiter. Insgesamt könne die Ausschüttung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich der Forderungen liegen. Das könne aber beispielsweise wegen schwebender Rechtsstreitigkeiten noch Jahre dauern.

Das einst weltweit tätige Bauunternehmen mit Niederlassungen in den USA, Asien und Europa musste am 21. März 2002 Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit stellen, nachdem Sanierungspläne gescheitert waren. Der Insolvenzverwalter konnte nach eigenen Angaben durch Verkäufe rund 80 Prozent der Arbeitsplätze im Inland retten.

Hilfspaket von Schröder

Die Pleite des Holzmann-Imperiums mit weltweit 23.700 Beschäftigten zählt zu den spektakulärsten Pleiten der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Baukonzern hatte in den 1990er Jahren hohe Verluste aufgehäuft und sich in einen undurchdringlichen Dschungel von Beteiligungen sowie in riskanten Engagements verstrickt.

Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schnürte 1999 gemeinsam mit den Gläubigerbanken ein milliardenschweres Hilfspaket. Dazu zählte auch eine Ausfallbürgschaft, die von Holzmann aber nie abgerufen wurde.

Quelle: n-tv.de