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Großfusion unter Biotechs? Hopp treibt die Kurse

Spekulationen um eine Fusion zweier Biotech-Investments des SAP-Gründers Dietmar Hopp haben am Mittwoch den gebeutelten Papieren von GPC Biotech zu Kurssprüngen verholfen. Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte vorab berichtet, in der stark zersplitterten deutschen Biotechnologie-Branche bahne sich zwischen GPC Biotech und Wilex eine Fusion an. Spekulationen dieser Art sind nicht neu, da Hopp mehrfach betont hat, die deutsche Biotech-Szene bedürfe größerer Einheiten, um international mithalten zu können. Über einen möglichen Zusammenschluss von Wilex und GPC wie auch von GPC und Heidelberg Pharma wird in der Branche bereits seit mehreren Monaten heftig spekuliert.

Der Biotech-Fan Hopp hat in den vergangenen Jahren rund 300 Mio. Euro in deutsche Schlaganfall- und Krebsforschung investiert. Sollte der Milliardär nun seine Aktivitäten bündeln, könnte aus GPC, Wilex, Heidelberg Pharma und anderen, kleineren Investments ein Biotechkonzern von größerer Schlagkraft entstehen.

Einen Kommentar zu den Spekulationen gab Hopp nicht: "Wir nehmen zu den Gerüchten keine Stellung", sagte sein Berater Friedrich von Bohlen auf Anfrage. Auch GPC Biotech und Wilex wollten sich zu den Spekulationen nicht äußern. Hopp hält nach Aussage von Bohlens derzeit rund 18 Prozent an GPC. An Wilex ist der Investor nach Unternehmensangaben mit gut 28 Prozent beteiligt. Der Anteil an Heidelberg Pharma beläuft sich auf über 75 Prozent.

Wilde Kurssprünge

Bis zum frühen Nachmittag zogen GPC Biotech-Aktien um mehr als 36 Prozent auf 2,52 Euro an, lagen damit aber immer noch Lichtjahre von dem 2007 erreichten Hoch von fast 25 Euro entfernt. Aktien der 1997 gegründeten Wilex AG zeigten sich dagegen mit einem Kursgewinn von 2,84 Prozent auf 5,80 Euro fast unbeeindruckt.

GPC Biotech hatte im vergangenen Jahr die hohen Erwartungen, die mit dem Krebsmittel Satraplatin verbunden wurden, nicht erfüllt. Nach der gescheiterten Zulassung für Satraplatin zur Behandlung von Prostatakrebs in den USA war der Kurs von etwa 25 Euro in mehreren Schritten auf unter drei Euro abgestürzt.

Als Folge der Hiobsbotschaft kündigte GPC Biotech einen drastischen Stellenabbau an, um sein Überleben für die nächsten Jahre zu sichern. Damit hat GPC Biotech derzeit keine weiteren marktreifen Produkte in der Entwicklung. Konkurrent Wilex dagegen entwickelt ein Medikament gegen Nierenkrebs, das kurz vor der Zulassung steht und Ressourcen gebrauchen könnte.

Quelle: ntv.de