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Transrapid nach Teheran? Iran gibt Rätsel auf

Bundesregierung und deutsche Industrie rätseln gemeinsam um einen Transrapid-Auftrag aus dem Iran.

Der "Transrapid TR 09" am 06. August 2008 auf der Testrecke in Lathen im Emsland neben dem Besucherzentrum.Bundesregierung und deutsche Industrie rätseln gemeinsam über Gerüchte um einen Transrapid-Auftrag aus dem Iran. Vertragspartner des iranischen Verkehrsministeriums für das milliardenschwere Projekt ist das Münchener Ingenieurbüro Schlegel.

Der iranische Verkehrsminister Hamid Behbahani hatte am Dienstagabend im örtlichen Rundfunk gesagt, sein Land stehe vor der Vergabe eines gewaltigen Bahnprojekts an eine ungenannte deutsche Firma. "Der Zug wird eine Geschwindigkeit von 500 Stundenkilometern und der Vertrag ein Volumen von sieben Milliarden Euro haben." Die Laufzeit werde zwischen sechs und acht Jahren liegen.

"Wir sind in der Vorbereitungsphase", sagte ein Schlegel-Sprecher. Das Münchener Büro sei oberster Projektleiter und Planer. "Wir sind beauftragt, dieses Projekt mit einem deutschen Konsortium durchzuführen". Das Projekt habe einen Umfang von zehn bis zwölf Milliarden Euro.

"Es gibt kein Projekt Iran"

Die Transrapid-Bauer ThyssenKrupp und Siemens sowie die Bundesregierung zeigten sich völlig ahnungslos. "Wir haben keinen Auftrag für den Transrapid aus dem Iran erhalten und stehen auch nicht in Verhandlungen", sagte eine Sprecherin der zuständigen ThyssenKrupp-Sparte Technologies. "Es gibt kein Projekt Iran", betonte sie.

Der Partner Siemens äußerte sich ähnlich. "Das Thema ist bei uns im Haus nicht bekannt", sagte ein Sprecher. Der Konzern zeigte sich auch skeptisch, dass ein Ingenieurbüro Verträge in dieser Größenordnung abschließen könne, ohne Zugriff auf die Technologie zu haben. Zudem gelten bei Siemens Großgeschäfte mit dem Iran als politisch hochsensibel.

Siemens und ThyssenKrupp seien in den Prozess nicht einbezogen gewesen, räumte Schlegel ein. Das Ingenieurbüro wolle in den nächsten Monaten Verträge mit einem Konsortium abschließen. Wer dem Konsortium angehören könnte, dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Schwebende High-Tech-Pilger

Das Ingenieurbüro "Regierungsbaumeister Schlegel" unter der Führung von Harald Späth hatte bereits im Mai 2007 mit einer Machbarkeitsstudie für die angeblich geplante 860 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Teheran und Mashad in iranischem Auftrag für Aufsehen gesorgt. Der islamische Staat will auf der Strecke künftig Millionen von Pilgern transportieren. Den Kontakt hatte der frühere bayerische Wirtschaftsminister und Ex-Bahnvorstand Otto Wiesheu eingefädelt.

Thyssen und Siemens hatten nach dem Scheitern der Magnetschwebebahn-Pläne in München ihre Transrapid-Anstrengungen deutlich reduziert und die gemeinsame Projektgesellschaft Transrapid International (TRI) aufgelöst. Bislang ist der Hochgeschwindigkeitszug nur in China im kommerziellen Einsatz.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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