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Es kommt noch dicker Jobabbau bei NSN

Der neue Telefonnetz-Anbieter Nokia Siemens Networks (NSN) will in Deutschland bis Ende 2010 bis zu 2900 Stellen streichen. Weitere 1500 bis 1700 Stellen sollen in Finnland wegfallen, teilte das Anfang April gegründete Gemeinschaftsunternehmen am Freitag mit. Darüber hinaus könnten Teile des Geschäfts an Partnerfirmen ausgelagert werden.

"Das ist ein notwendiger Schritt, um Nokia Siemens Networks heute und für die Zukunft wettbewerbsfähig aufzustellen", begründete NSN-Chef Simon Beresford-Wylie den Arbeitsplatzabbau. Finnland und Deutschland blieben aber bedeutende Standorte für Nokia Siemens.

Mit den maximal 4600 Arbeitsplätzen, die NSN in den beiden Heimatländern des Unternehmens abbauen will, sind die Sparpläne des Konzerns noch nicht erfüllt. "Nokia Siemens Networks geht davon aus, Abbaumaßnahmen in weiteren Ländern durchzuführen", hieß es in der Mitteilung. Weltweit sollen rund 9000 Stellen wegfallen. NSN nehme Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern auf.

Ein Teil der Stellen solle durch die normale Fluktuation wegfallen. Weitere Mitarbeiter könnten in anderen Funktionen oder in Partnerfirmen des Unternehmens untergebracht werden. Etwa 60 Prozent der Beschäftigten des Telefonnetz-Anbieters arbeiten außerhalb von Deutschland oder Finnland.

Das Gemeinschaftsunternehmen hatte sich zum Ziel gesetzt, 10 bis 15 Prozent der weltweit rund 60.000 Stellen zu streichen. Bis 2010 will NSN jährlich 1,5 Milliarden Euro einsparen.

NSN war erst Anfang April an den Start gegangen. Die Schmiergeldaffäre der früheren Siemens-Telekommunikationssparte Com hatte den Zusammenschluss um drei Monate verzögert. Siemens hatte deswegen auch mehr Vermögenswerte in das Joint Venture eingebracht.

Der Münchner Technologiekonzern stellte 2,4 Milliarden Euro für NSN bereit, der finnische Mobilfunkkonzern Nokia nur 1,7 Milliarden Euro. NSN hatte im vergangenen Jahr zusammengerechnet 17,1 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.

Quelle: ntv.de

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