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Opfer-Entschädigung Madoff-Villa konfisziert

Die US-Behörden haben Luxuswerte aus dem Besitz des geständigen Milliardenbetrügers Bernard Madoff beschlagnahmt, um dessen Opfer zu entschädigen. Finanzinspektoren konfiszierten Madoffs Villa in Palm Beach in Florida, außerdem seine 17-Meter-Jacht und ein Motorboot, wie US-Medien berichteten. In Paris durchsuchten Ermittler im Fall Madoff den Sitz der Großbank BNP Paribas.

Die Justizbehörden handelten im Auftrag der New Yorker Staatsanwaltschaft, welche die sichergestellten Vermögenswerte zur Entschädigung von Madoffs Opfern nutzen will. Die Villa wird nach Medieninformationen auf knapp zehn Millionen Dollar geschätzt, der Wert des Interieurs müsse erst noch ermittelt werden.

Der Schaden für Madoffs Kunden dürfte dadurch aber nicht einmal annähernd ausgeglichen werden. Das betrügerische Schneeballsystem des Schein-Investors hatte Schätzungen zufolge ein Volumen von mindestens 50 Mrd. Dollar.

Auch in Frankreich rief der Fall die Ermittler auf den Plan: In Paris durchsuchte die Finanzpolizei den Sitz der französischen Großbank BNP Paribas. Die Ermittler hätten Schriftstücke bei der Bank beschlagnahmt, teilten Justizmitarbeiter am Donnerstag mit.

Urteil am 16. Juni

Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte im März erste Ermittlungen gegen die BNP Paribas aufgenommen, nachdem ein Kunde das Finanzinstitut wegen "Fälschung" angezeigt hatte. Die Bank soll Anlegern zum Kauf von Finanzprodukten von Madoff geraten haben, bestreitet dies aber.

Madoff betrog über Jahre Investoren mittels eines Schneeballsystems. Im März bekannte der frühere Starinvestor sich im mutmaßlich größten Betrugsfall der Wirtschaftsgeschichte des Diebstahls, der Geldwäsche und der Urkundenfälschung schuldig, worauf er in Haft genommen wurde. Dem 70-Jährigen drohen bis zu 150 Jahre Gefängnis, das Strafmaß soll am 16. Juni verkündet werden.

Quelle: n-tv.de

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