Meldungen

Karstadt zu Kaufhof Metro liebäugelt mit Arcandor

Die zur Metro-Gruppe gehörende Warenhauskette Galeria Kaufhof will nach Informationen der "Bild am Sonntag" die 121 Waren- und Kaufhäuser von Karstadt übernehmen. Damit könnte Karstadt- Mutter Arcandor ohne die angepeilten Staatsbürgschaften über 650 Mio. Euro der Insolvenz entgehen. Metro und Arcandor wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. Auf der Metro-Hauptversammlung am vergangenen Mittwoch hatte der Chef von Deutschlands größtem Handelskonzern noch jeder Spekulation über einen Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt eine Absage erteilt. "Wir haben keine Pläne, Karstadt Warenhaus zu kaufen", sagte Metro-Chef Eckhard Cordes.

Der Arcandor-Aufsichtsrat wollte am Sonntagnachmittag zu einem Treffen zusammenkommen. Es wurde erwartet, dass das Gremium bei dem Treffen unter anderem über den geplanten Antrag auf Staatsbürgschaften in Höhe von 650 Mio. Euro beraten wollte.

Ein Brief an Gutenberg?

Nach Angaben der Zeitung hat Cordes jedoch in der vorigen Woche an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) geschrieben: Die Gruppe sei "zu umfassenden und konstruktiven Gesprächen für eine privatwirtschaftliche Lösung für die Zukunftssicherung der Karstadt-Häuser bereit, die auch eine Zusammenarbeit und einen möglichen Zusammenschluss von Karstadt und Galeria Kaufhof beinhaltet". Ein Metro-Sprecher sagte dazu: "Zu Berichten über interne Überlegungen äußern wir uns grundsätzlich nicht." Auch Arcandor reagierte zurückhaltend: "Wir haben aus der Zeitung von den Metro-Plänen erfahren." Zudem bedeute eine Fusion "erhebliche Nachteile für Kunden und Mitarbeiter", hieß es in Essen.

Karstadt unterhält zurzeit 121 Filialen in Deutschland. Die insgesamt 247 Warenhäuser von Karstadt und Kaufhof sollten nach den Plänen in einer "Deutschen Warenhaus AG" zusammengeführt werden, schrieb das Blatt. An der könnten sich mit je knapp 50 Prozent die Metro-Gruppe und die Vermieter der Warenhaus-Immobilien beteiligen. Den Rest würden Banken übernehmen. Nach einer ersten Bestandsaufnahme sehe Cordes "die Möglichkeit, die Mehrheit der Karstadt-Häuser und damit einen großen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten."

Metro wolle nach diesen Informationen allerdings nur das operative Geschäft von Karstadt übernehmen, nicht aber die Konzernzentrale in Essen und deren Mitarbeiter. Cordes werde seinen Plan in naher Zukunft Guttenberg persönlich erläutern, heißt es in der Zeitung. Metro hatte zuletzt Spekulationen über einen Zusammenschluss der beiden Warenhausketten öffentlich eine Absage erteilt.

Arcandor erklärte sich prinzipiell zu "Gesprächen auf Augenhöhe" bereit. Der Essener Handelskonzern meldete jedoch Zweifel am Sinn eines Zusammenschlusses an. Es entstünden "Monopol-Strukturen", sagte der Arcandor-Sprecher. Er fügte hinzu: "Es wäre wünschenswert, wenn Gespräche über unsere Geschäfte zuerst mit uns geführt würden."

Quelle: ntv.de, dpa