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Karstadt zu Kaufhof Metro will Warenhausehe

Der Handelsriese Metro hat einen Vorstoß zur Zusammenlegung der großen deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof gestartet. "Wir erwarten, dass es in den nächsten Tagen Gespräche mit der Politik gibt", sagte ein Konzernsprecher in Düsseldorf.

Er bestätigte, dass sich Konzernchef Eckhard Cordes mit einen Brief bereits an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gewandt hat. Es gehe darum, das Warenhaussegment in Deutschland zukunftsfest zu machen und Arbeitsplätze zu sichern. Die Kölner Warenhaustochter Kaufhof zählt nicht mehr zum Kerngeschäft des Düsseldorfer Konzerns. Metro hatte den Verkaufsprozess für Kaufhof 2008 angesichts der Finanzmarktkrise jedoch gar nicht erst begonnen.

Karstadt gehört zum Essener Konzern Arcandor, der in finanzielle Not geraten ist. Arcandor braucht dringend Geld und muss bis Mitte Juni Gespräche mit seinen Gläubigerbanken um die Verlängerung von Krediten unter Dach und Fach bringen. Allein in diesem Jahr muss der Handels- und Touristikkonzern 960 Mio. Euro refinanzieren.

In dieser Woche will das Unternehmen über seine Banken nun beim Staat eine Bürgschaft über 650 Mio. Euro beantragen und außerdem die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) um ein Darlehen ersuchen. Cordes hatte schon mehrfach öffentlich Bedenken gegen Staatshilfen für Arcandor geäußert. Staatliche Eingriffe bei einem Wettbewerber würden die Metro benachteiligen. Die Warenhaustochter Kaufhof sei mit harter Arbeit profitabel fortentwickelt worden.

Angst um Standorte und Jobs

Unmittelbar nach dem Metro-Vorstoß zu einer großen Warenhausehe Karstadt-Kaufhof wurden Befürchtungen über einen Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen laut. Die Gewerkschaft Verdi hat die Sorge, dass es zu solchen Einschnitten kommen könnte. Deshalb forderte sie den Metro-Vorstand auf, ein Konzept mit Details vorzulegen. Bislang sei noch völlig unklar, welche Pläne die METRO bei einem möglichen Zusammenschluss ihrer Tochter Kaufhof mit Karstadt verfolge, sagte eine Verdi-Sprecherin. Ohne ein seriöses Konzept sehe es so aus, als wolle sich jemand die "Rosinen herauspicken".

Auch Aktionärsschützer betonten, dass noch viele Details unklar seien. Für die Metro dürften vor allem die Premium-Warenhäuser von Karstadt interessant sein, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher. Offenbar wolle der Vorstand eine einmalige Chance im Warenhausgeschäft nutzen, obwohl dieser Teilbereich des Düsseldorfer Konzerns eigentlich verkauft werden sollte.

Cordes hatte bei der Hauptversammlung des Unternehmens Mitte vergangener Woche gesagt, dass das Unternehmen kein Interesse habe, Karstadt zu kaufen. Allerdings räumte er ein, die Situation genau zu beobachten.

Quelle: ntv.de, dpa