Meldungen

5 Jahre nach Holzmann-Insolvenz Millionen für Gläubiger

Mehr als fünf Jahre nach dem gescheiterten Rettungsversuch für den Baukonzern Philipp Holzmann erhalten die Gläubiger rund 210 Millionen Euro. Die 19 am Sanierungskonzept beteiligten Banken zahlen diese Summe in die Insolvenzmasse ein, wie Insolvenzverwalter Ottmar Hermann am Mittwoch mitteilte. Im Gegenzug verzichtet der Insolvenzverwalter auf alle weiteren Ansprüche gegen die Banken. Über die Details der außergerichtlichen Vergleiche wurde Stillschweigen vereinbart. Damit hätten alle Beteiligten langjährige gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden, teilte der Rechtsanwalt mit.

Nach Ansicht des Insolvenzverwalters hätten die Banken 1999/2000 die Aussichtslosigkeit des Sanierungsversuchs erkennen müssen und keinen Kredit mehr gewähren dürfen. Ein Konsortium von 19 Banken hatte sich an der Finanzierung eines Sanierungskonzepts für den Bauriesen beteiligt und etwa 1,6 Milliarden Euro bereitgestellt. Die Sanierung der Philipp Holzmann AG scheiterte trotz der Anstrengungen im März 2002 endgültig. Die Konsortialbanken hatten den Vorwurf des Insolvenzverwalters stets zurückgewiesen.

Die Pleite des Holzmann-Imperiums mit weltweit 23.700 Beschäftigten zählt zu den spektakulärsten Pleiten der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Baukonzern hatte in den 1990er Jahren hohe Verluste aufgehäuft und sich in einen undurchdringlichen Dschungel von Beteiligungen sowie in riskanten Engagements verstrickt. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schnürte 1999 gemeinsam mit den Gläubigerbanken ein milliardenschweres Hilfspaket. Dazu zählte auch eine Ausfallbürgschaft, die von Holzmann aber nie abgerufen wurde.

Die umstrittene Unterstützungsaktion konnte den Baukonzern aber nicht dauerhaft retten: Im März 2002 musste Holzmann Insolvenz anmelden. Große Töchter wie die Deutsche Asphalt und die Holzmann Service-Gesellschaft (HSG) wurden anschließend an ehemalige Konkurrenten verkauft.

Quelle: n-tv.de