Meldungen

Start in Rumänien Nokia schafft Tatsachen

Der finnische Handy-Hersteller Nokia will am kommenden Montag die Produktion in seinem neuen Nokia-Werk im rumänischen Jucu bei Cluj (Klausenburg) starten. Teilnehmen an der offiziellen Inbetriebnahme der ersten Montagelinie für Mobiltelefone sollen der Nokia-Vizepräsident Juha Putkiranta sowie Vertreter der rumänischen Behörden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Mediafax am Donnerstag.

Die Produktion wird zunächst mit 200 Mitarbeitern aufgenommen, bis Ende 2008 sollen es dann 1200 sein. Nokia will in der neuen rumänischen Fabrik Mobiltelefone für den europäischen Markt sowie für Nahost und Afrika bauen. Die Investition des finnischen Konzerns im Industriepark Tetarom bei Jucu beläuft sich auf rund 60 Mio. Euro.

Bochumer Betriebsrat kämpft

Der Bochumer Nokia-Betriebsrat trifft am kommenden Dienstag in Finnland mit dem Konzern-Management zusammen. "Wir können jetzt endlich unsere Vorschläge zum Erhalt des Bochumer Werkes vorlegen", sagte die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach am Donnerstag in Bochum. Bei den Gesprächen werde Unternehmenschef Olli- Pekka Kallasvuo voraussichtlich nicht dabei sein.

Oberstes Ziel für die Arbeitnehmerseite ist der Erhalt des Standortes. Der Konzern hingegen will nach bisheriger Aussage die Produktion in ein neues Werk in Rumänien verlegen. Am 28. Februar soll der Aufsichtsrat bei einer Sitzung in Finnland über die Zukunft des Bochumer Standortes entscheiden.

"Wir wollen so viele Arbeitsplätze retten wie möglich" sagte Achenbach. Dabei geht es im Kern um die Erhöhung der Produktivität. Einer der Vorschläge besagt, dass bei Investitionen von 14 Mio. Euro in neue Produktionslinien die Arbeitskosten, die der Konzern als zu hoch bezeichnet, deutlich gesenkt werden könnten.

Die IG Metall erklärte in der "Rheinischen Post", dass das Bochumer Werk mit Investitionen von 50 Mio. Euro in acht neue Produktionslinien günstiger werde als eine Verlagerung ins Ausland. In diesem Fall würde allerdings die Belegschaftszahl drastisch gesenkt.

Sollte es bei der vom Konzern geplanten Schließung bleiben, wollen die Arbeitnehmer Aktionen starten. "Es gibt keinen Streik, aber Aktionen und Informationsveranstaltungen", sagte Achenbach. Am Sonntag gibt es einen Vorgeschmack. Dann wollen sich tausende Menschen zu einer Menschenkette um das Bochumer Werk zusammenschließen.

Quelle: ntv.de