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Kostenlose Selbstauskunft Schufa prüft Gesetzespläne

Die Kreditauskunft Schufa prüft Gesetzespläne der Bundesregierung, Verbrauchern einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft über die gespeicherten Daten zu gewähren. In Schufa-Servicestellen in 14 Städten könnten schon jetzt die individuellen Daten eingesehen werden, sagte Firmensprecherin Katrin Haase in Wiesbaden: "Wenn man nur mal reinschaut, ist das kostenlos." Das Ausdrucken der Daten oder eine Bestellung der Selbstauskunft per Postversand koste derzeit 7,80 Euro.

Auf eine neue Gesetzeslage müsse sich die Schufa einstellen, sagte Haase. Die Schufa, gegründet als "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung", erteilt Banken, Versicherungen, Telefonanbietern oder Versandhäusern Auskunft über die Bonität von Kunden. Die Auskunftei hat nach eigenen Angaben Daten von 65 Mio. Menschen gespeichert. Sie erteilte im vergangenen Jahr 87 Mio. Auskünfte, 1,2 Mio. Menschen erhielten eine Eigenauskunft.

Auskunfteien gerieten in die Kritik wegen ihrer Berechnungen, wie wahrscheinlich ein Zahlungsausfall bei einzelnen Kunden ist (Scoring). Dienstleister machen ihre Angebote oft vom Score-Wert des Kunden abhängig. Wenn jemand in einem Wohnviertel mit vielen säumigen Zahlern lebt, kann es passieren, dass er höhere Kreditzinsen zahlen muss, weil das Umfeld seinen Score-Wert senkt.

"Solche Hilfsdaten wie die Wohngegend brauchen wir nicht", sagte Haase. Die Schufa verzeichne die Adresse eines Bankkunden ohne weitere Auswertung. Neben Krediten würden Konten oder Kreditkarten vermerkt, aber nicht deren Umsatz. Versandhändler meldeten eine Bestellung, aber nicht, was bestellt werde. "Wir verkaufen unsere Daten auch nicht zu Marketingzwecken", sagte Haase.

Verbraucherservicestellen der Schufa gibt es in Berlin, Bochum, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden.

Quelle: ntv.de