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14.000 Mitarbeiter betroffen Telekom baut um

Die Deutsche Telekom setzt ihren umfassenden Konzernumbau fort. 39 der bislang 63 Servicezentren sollen geschlossen und zudem die Technikzentren in eine externe Gesellschaft ausgelagert werden, wie der Konzern mitteilte. Rund 8000 der 18.000 Mitarbeiter von Servicezentren sollen demnach an anderen Standorten unterkommen.

Die bundesweit 6.000 Beschäftigten der Technikzentren müssten bei einer Auslagerung länger arbeiten und würden weniger verdienen. Die Telekom forderte von den Arbeitnehmern eine "konstruktive und partnerschaftliche Begleitung" der Konzernumbaus. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigte eine "erhebliche Protestwelle" an.

Mehr Service für weniger Geld

Die Telekom hatte die Schließung vieler vor allem kleiner Servicezentren der Festnetzsparte T-Home bereits am vergangenen Wochenende angekündigt, nun stellte sie die konkreten Pläne vor. Bislang seien viele Servicecenter zu klein, erklärte die Telekom. Dadurch entstünden höhere Kosten etwa für Miete und EDV, außerdem gebe es "komplexe Kommunikationswege und daraus resultierende Steuerungsdefizite". Das Zusammenlegen an nun nur noch 24 Standorten in den kommenden zwei Jahren spare nicht nur Geld, sondern helfe auch, den Service zu verbessern.

Allen Mitarbeitern aus den zu schließenden Zentren solle dabei ein neuer Arbeitsplatz mit den gleichen Aufgaben an einem anderen Standort angeboten werden. Für eventuell anfallende höhere Fahrtkosten sowie Umzugskosten will die Telekom aufkommen. Die neuen Servicezentren sollen der Telekom zufolge für rund 70 Mio. Euro modernisiert werden. In ihnen sollen künftig durchschnittlich 700 Menschen arbeiten - bislang sind es im Schnitt 190. Bei der Auswahl der neuen Standorte habe die Telekom darauf geachtet, Zentren sowohl in Ballungsräumen als auch in der Fläche zu betreiben, erklärte T-Home-Bereichsvorstand Thomas Berlemann.

Wie der Service, so die Technik

Die Technikzentren sollen nach dem Vorbild der Servicegesellschaften aus dem Mutterkonzern ausgegliedert werden. Auf diese Weise werde die Verantwortung für das Kerngeschäft Technik gebündelt, erklärte die Telekom. Auch könne der Konzern damit eine "einheitliche und wettbewerbsfähige Personalpolitik" umsetzen, erklärte T-Home-Personalchef Dietmar Welslau.

Für die Beschäftigten heißt das allerdings, dass sie für weniger Geld mehr arbeiten sollen: Nach der Auslagerung gelte für die Technik-Mitarbeiter der im vergangenen Jahr mit Verdi abgeschlossene Servicetarifvertrag, erklärte Welslau. Damit erhöht sich die Wochenarbeitszeit von 34 auf 38 Stunden, die Gehälter sinken. Im Gegenzug gelte aber ein Kündigungsschutz bis 2012 und ein Verkaufsschutz bis 2010.

Die Telekom hatte im vergangenen Jahr Zehntausende Mitarbeiter in die externen Servicegesellschaften ausgelagert. Vorangegangen war ein langer Tarifstreit mit großen Streiks bei dem Konzern. Letztendlich hatte Verdi die Auslagerung aber nicht verhindern können. Am Donnerstag zeigte sich die Verdi-Vorstand Lothar Schröder "erschüttert über die Unverfrorenheit, mit der die Telekom den Kahlschlag bei den Callcentern betreibt". Schröder, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei der Telekom ist, kündigte an, "alle Möglichkeiten" zu nutzen, "um das Konzept der Telekom zu Fall zu bringen".

Quelle: ntv.de