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Treibstoffkosten belasten Thomas Cook tiefrot

Hohe Treibstoffkosten haben Europas zweitgrößtem Reisekonzern Thomas Cook in seinem ersten Geschäftsquartal schwer zu schaffen gemacht. Das seit kurzem komplett zu KarstadtQuelle gehörende Unternehmen vergrößerte seinen Betriebsverlust um über 40 Prozent. Von November bis Januar belief sich der operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 120 Mio. Euro, wie aus dem jetzt veröffentlichten Börsenprospekt für den geplanten Zusammenschluss mit dem britischen Konkurrenten My Travel hervorgeht.

Neben den gestiegenen Ausgaben für Kerosin seien zudem weniger Sondererträge aus Verkäufen erzielt worden als im Vergleichszeitraum. Für das Gesamtjahr geht Cook allerdings weiterhin von einem Anstieg des operativen Ergebnisses aus. Aufgrund höherer Steuerrückzahlungen ging der Nettoverlust zudem um rund 20 Prozent auf 70 Mio. Euro zurück. Im Winterquartal schreiben Touristikfirmen wegen hoher Vorkosten für das Gesamtjahr in der Regel meistens Verluste.

Das 500 Seiten umfassende Börsenprospekt wurde von My Travel bereits am Montagabend im Internet publiziert, wie ein Cook-Sprecher am Mittwoch erläuterte. Auf eine gesonderte Veröffentlichung und Erläuterung der Quartalszahlen habe man diesmal verzichtet, zumal der Mutterkonzern KarstadtQuelle kommende Woche bei der Präsentation seiner eigenen Quartals-Bilanz darauf eingehen werde.

Sommerbuchungen noch unter Vorjahr

Das Reisegeschäft verlief konzernweit bei Cook im Winterquartal lediglich stabil. Der Umsatz reichte mit gut einer Milliarde Euro knapp an das Vorjahresniveau heran. Der Rückgang der Urlauberzahl um 0,8 Prozent sei durch den Anstieg des Durchschnittspreises um 0,6 Prozent weitgehend ausgeglichen worden, heißt es in dem Börsenprospekt. Aktuell lägen die Buchungen für die Sommersaison in Großbritannien rund zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau, in Kontinentaleuropa mit dem wichtigen deutschen Markt sogar sieben Prozent. Allerdings wolle Cook hier in den nächsten Monaten aufholen. Im vorigen Jahr habe der Konzern durch einen früheren Buchungsstart anfangs starke Zuwächse gehabt, erläuterte ein Sprecher.

Der Cook-Konzern gehört seit kurzem komplett zum Handelsriesen KarstadtQuelle, der den 50-Prozent-Anteil der Lufthansa übernommen hat. Bis zum Sommer soll das Unternehmen mit My Travel zur neuen Thomas Cook Group plc verschmolzen werden, die an der Londoner Börse notiert sein wird. Daran halten KarstadtQuelle dann 52 Prozent, die bisherigen My Travel-Aktionäre 42 Prozent. Die Ergebnisverbesserung aus dem Zusammenschluss wird nun mit jährlich 140 Mio. Euro (95 Mio Pfund) noch etwas höher eingeschätzt als vor drei Monaten bei der Verkündung der Transaktion mit rund 110 Mio. Euro.

Grünes Licht von EU-Kommission erwartet

Die EU-Kommission hat Kreisen zufolge keine Einwände gegen die Fusion. Die EU-Wettbewerbshüter würden die Transaktion voraussichtlich noch diese Woche genehmigen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Laut Börsenprospekt wird spätestens am 4. Mai eine Stellungnahme der EU-Kommission erwartet.

Quelle: ntv.de