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Elf Tage Produktionsstopp Toyota drosselt weiter

Angesichts der globalen Absatzkrise fährt der weltgrößte Autobauer Toyota seine Produktion immer stärker zurück. Wie der japanische Konzern am Dienstag mitteilte, sollen im Februar und im März die Bänder in seinen zwölf heimischen Werken für insgesamt elf Tage ruhen. Toyota hatte erst kürzlich einen dreitägigen Produktionsstopp im Januar für seine Fertigungsstätten in Japan angekündigt. Solch einschneidende Eingriffe in die Produktion sind für den lange Zeit erfolgsverwöhnten Branchenprimus nahezu einmalig. Zuletzt stoppte Toyota 1993 die Produktion für einen Tag, als der starke Yen auf den Absatz drückte.

"Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Krise sich so schnell ausweitet und so tiefe Spuren hinterlässt", sagte Konzernchef Katsuaki Watanabe. Toyota leidet vor allem unter der Absatzkrise in den USA - auf den weltgrößten Automarkt entfallen rund 40 Prozent der Toyota-Produktion in Japan. Erst am Montag hatte das Unternehmen für Dezember in den USA einen Absatzeinbruch von 37 Prozent bekanntgegeben. Es war der stärkste Rückgang seit mehr als 25 Jahren. Damit schnitt der Autogigant noch schlechter ab als seine angeschlagenen US-Rivalen General Motors und Ford, die ein Minus von 31 beziehungsweise 32 Prozent verbuchten.

Für den Produktionsstopp von sechs Tagen im Februar und fünf Tagen im März will Toyota seine Mitarbeiter in bezahlten Urlaub schicken. Konkrete Zahlen zum Produktionsrückgang nannte der Konzern nicht. Die japanischen Rivalen Honda und Nissan haben ihre Produktionspläne bis zum Ablauf des Geschäftsjahres Ende März um mindestens 200.000 Fahrzeuge zusammengestrichen, Branchenexperten rechnen mit weiteren Anpassungen.

Auch Toyota zeigte sich für 2009 pessimistisch. Es sei sicherlich wünschenswert, wenn in den USA in diesem Jahr die Talsohle erreicht werde, sagte Watanabe. Allerdings sei der Automobilmarkt derzeit sehr schwierig. "Wir müssen uns wohl mit der Vorstellung vertraut machen, dass diese Situation andauert."

In der Autobranche jagt derzeit eine Hiobsbotschaft die nächste. Weltweit bricht der Absatz im Zuge des Konjunkturabschwungs ein, weil sich die Kreditbedingungen für Privat- und Geschäftskunden erschwert haben und sich die Kunden mit größeren Ausgaben zurückhalten. Erst im Dezember hatte Toyota einräumen müssen, im laufenden Geschäftsjahr mit dem ersten operativen Verlust in der 70-jährigen Konzergeschichte zu rechnen. Pläne für den Bau neuer Werke in Thailand und Russland will Toyota einem Zeitungsbericht zufolge vorerst auf Eis legen.

Quelle: ntv.de