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Sportwetten-Zertifikate Vom Handel ausgesetzt

Die Frankfurter Börse hat den Handel mit 36 Sportwetten-Zertifikaten ausgesetzt. Die hessische Börsenaufsicht habe dies nach staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen des Verdachts des illegalen Glücksspiels veranlasst, bestätigte ein Sprecher am Montag einen Bericht der "Börsen-Zeitung" vom Wochenende. An der Berliner Börse und im Internet ging der Handel dagegen weiter.

Der Handel mit den Sportwetten-Zertifikaten war erst Anfang März aufgenommen worden. Dazu hatte die Firma Extra Sportwetten AG aus Wien 36 Papiere in Österreich aufgelegt, die von den dortigen Aufsichtsbehörden auch genehmigt worden waren. Über EU-Regelungen wurden die Zertifikate dann auch in Deutschland zum Handel zugelassen. Mit der Notierung an der Börse sollte nach Einschätzung von Händlern das umstrittene staatliche Wettmonopol umgangen werden.

An der Frankfurter Börse werden derzeit rund 150 000 so genannte strukturierte Produkte gehandelt. In der Regel gewinnen oder verlieren Anleger dabei je nach Kursentwicklung von Aktien oder Rohstoffen Geld. Bei den Sportwetten-Zertifikaten ging es dagegen zum Beispiel darum, welcher Fußball-Verein in der Bundesliga auf welchen Platz kommt. Seit Freitagmittag ist der Handel mit diesen Papieren nun ausgesetzt, die Folgen für die Käufer der Produkte aber noch unklar.

In der Finanzbranche hatten die Sportwetten laut "Börsen-Zeitung" für Aufsehen gesorgt, weil Anbieter ihre klassischen Produkte damit in die Nähe der Zockerei gerückt sahen. "Sportwetten gehören nicht an die Börse", zitierte die Zeitung einen Vertreter des Deutschen Derivate Instituts.

Quelle: ntv.de

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